Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Der Hüter des Titicaca

von Knut Henkel vom 22.02.2013
Düngemittel, Schwermetalle und Abwässer bedrohen den »Heiligen See der Inkas«. Doch inzwischen mehren sich die Aktivitäten zu seiner Rettung. Dank Alberto Lescano Rivero

Alberto Lescano Rivero spaziert gern auf dem Steg einige Hundert Meter hinaus auf den Titicacasee. Der Peruaner mit den graumelierten Haaren liebt den See – und er kämpft für ihn. Denn der Titicaca ist bedroht. Seit seiner Kindheit fühlt sich der heute Sechzigjährige dem See im Süden Perus verbunden: »Er kann so verschieden aussehen, liegt so majestätisch zwischen den Bergen, er fasziniert mich einfach, und immer wieder komme ich hierher.«

Vor der Strandpromenade der Stadt Puno grasen Schafe und ein paar Ziegen. Eine alte Frau hütet sie. Hin und wieder zupfen die Tiere auch an getrockneten Wasserpflanzen oder an den Wasserlinsen, die ganze Flächen des Sees mit einem grünen Teppich bedecken. Alberto Lescano Rivero betrachtet das idyllische Bild mit Sorge. Denn früher war dort, wo die Schafe grasen, Wasser. Der auf 3810 Metern Höhe gelegene See hat am Ende der Regenzeit seinen normalen Pegel noch immer nicht erreicht. »Ein paar Meter fehlen noch, und das ist in den letzten Jahren quasi normal. Der See verliert Wasser oder anders gesagt: es fließt weniger nach«, erklärt der pensionierte Tiermediziner und legt die Stirn sorgenvoll in Falten.

Das Volk auf schwimmenden Inseln

In Puno interessiert der sinkende Pegelstand nur wenige Menschen. Ein knappes Dutzend sind es, die gemeinsam mit Rivero im Zentrum für Umwelt- und Sozialentwicklung (Cedas) arbeiten. Hinter dem Zentrum mit dem klangvollen Namen verbirgt sich eine kleine Nichtregierungsorganisation, deren Mitstreiter sich bei Direktor Rivero zu Hause in der Avenida La Torre treffen.

Dort steht das kleine Hotel Titicaca, das er gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Ein knappes Dutzend Zimmer bietet das Ehepaar an, um die Rente aufzustocken. Vor dem Haus steht auch heute der verbeulte grauweiße Pickup, mit dem Rivero seit Jahren unterwegs ist und der oft irgendwo am Seeufer zu sehen ist. Dann ist der Mann, der lange für die Universität Puno als Dozent für Tiermedizin und -zucht gearbeitet hat, wieder mal unterwegs, um Proben zu nehmen, den Sauerstoffgehalt zu kontrollieren oder auch nur um auf seinen See zu schauen, der als »Heiliger See der Inkas« gilt. Schon seit 1987 kämpft er für den Schutz des größten Süßwassersees von Südamerika.

Vom Hafen von Puno aus starten auch die Mo

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen