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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2010
Die Wutprobe. Frauen weltweit: Was sie verbindet, was sie trennt
Der Inhalt:

Politik und Dekadenz

von Wolfgang Kessler vom 26.02.2010
Wie das späte Römische Reich wird auch Deutschland nicht von Bedürftigen bedroht. Sondern von jenen, die lieber die Armen bekämpfen als die Armut
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Die Armut in Deutschland trifft viele Politiker ins Mark. In Wahlkämpfen kommt das Thema kaum vor. In Diskussionen wird diese Frage gerne weggedrückt. In Deutschland verhungere doch niemand, heißt es dann. Und wenn Kinderarmut zum Thema wird, wie jüngst durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dann schlagen viele Politiker wild um sich. Die Regierung sieht in dem Urteil »eine schallende Ohrfeige« für Rot-Grün. Und FDP-Chef Guido Westerwelle nutzte es zu einer Suada gegen »sozialistische Züge« im Sozialstaat: »Wer dem Volk einen anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.«

Dass viele in der Politik auf das Thema Armut so gereizt reagieren, hat einen tiefen Grund: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in diesem Land ist der moralische und soziale Offenba