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Endlich entschuldet

von Jürgen Kaiser vom 04.05.2012
Die globale Entschuldungsbewegung ist ein Erfolg mit bitterem Beigeschmack. Europa kann dennoch davon lernen

Die internationale Schuldenkrise ist ein Skandal, der zum Himmel schreit. Das schrieb Publik-Forum 1988 im Dossier »Die Schuldenbombe« (1/1988). Bischöfe aus Nord und Süd waren der gleichen Ansicht und forderten kurz darauf einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer. Sie bekamen von der Bundesregierung und dem Weltwährungsfonds (IWF) zur Antwort, dass Bischöfe naturgemäß keine Ahnung von Ökonomie hätten: Staatsschulden müssten zurückgezahlt werden, sonst bräche das Weltfinanzsystem zusammen und die Armen bekämen nie mehr einen Kredit.

Private Banken allerdings begannen bald, durch Schuldentausch auf einen Teil ihrer Forderungen an Lateinamerika zu verzichten. Die Regierungen erließen immer größere Beträge in einer langen Reihe von Umschuldungen. Anfangs waren Schulden bei IWF und Weltbank ausgenommen. 1996 fiel auch dieses Tabu. 2005 taten die Gläubiger das, was Bischöfe schon 1988 und zehntausende Erlassjahr-2000-Demo

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