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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

Von der Lust, Brücken zu bauen

Sein Leben ist so spannend wie sein Werk: Gregory Baum hat große theologische Veränderungen angestoßen

Anfang dieses Jahres ist eine spannend zu lesende theologische Autobiografie erschienen. Ihr Titel »The Oil Has Not Run Dry« (Der Ölkrug wurde nicht leer) spielt auf die Geschichte der Begegnung des Propheten Elija mit der Witwe in Sarepta (1. Könige 17, 8 ff.) an. Er verrät viel über die grundlegende Einstellung des Verfassers, Gregory Baum – seine Dankbarkeit dafür, dass Gott ihm trotz schwieriger Phasen ein gutes Leben geschenkt hat. Plastisch erzählt Baum in seinem neuen Buch, wie er die Theologiegeschichte der letzten sechzig Jahre miterlebt und entscheidend mitgeprägt hat – in Sachen Ökumene, Verhältnis der Kirche zum Judentum und zum Islam, Öffnung der Kirche zur Welt, Gerechtigkeit und Solidarität und vieles andere mehr.

Wer ist Gregory Baum? Geboren wurde er im Jahr 1923 in Berlin. Als Gerhard Baum wuchs er in einem großbürgerlichen, protestantischen Elternhaus auf. Seines jüdischen Hintergrunds wurde er sich erst durch das Nazi-Regime bewusst. Der tödlichen Verfolgung entging er dadurch, dass er als knapp 16-Jähriger im Rahmen der Transporte von jüdischen Kindern nach England gelangte und von dort 1940 nach Kanada. 1942 kam er dank der Initiative sozial engagierter christlicher Frauen aus dem Internierungslager frei und begann ein Studium. Nach Sinn für sein Leben suchend, brachte die Lektüre der Confessiones von Augustinus eine Kehrtwende in seinem Leben mit sich: Er konvertierte 1946 zur katholischen Kirche und trat ein Jahr später, nach Abschluss seines Mathematik- und Physikstudiums, in den Augustinerorden ein. Hier erhielt er den Namen Gregory. Sein Theologiestudium absolvierte er zwischen 1950 und 1956 an der Universität Freiburg in der Schweiz, wo damals scholastische Theologie gelehrt wurde. 1956 promovierte