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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

Nachgefragt: Unterschätzte Gefahr von rechts?

Extremismusforscher Wolfgang Benz zu Reichsbürgern und der AfD

Publik-Forum: Herr Benz, im vergangenen Oktober hat ein Reichsbürger einen Polizisten getötet, Ende Januar gab es nun großangelegte Razzien. Wird die Gefahr, die von Reichsbürgern ausgeht, unterschätzt?

Wolfgang Benz: Nein, da darf man nichts dramatisieren. Reichsbürger gibt es schon lange, das ist keine organisierte Einheit, sondern dazu zählen verschiedene Splittergruppen – Sekten, wenn Sie so wollen. Teilweise nennen sie sich »Freistaat Preußen«, teilweise »Königreich Deutschland«. In erster Linie sind das Spinner, denen es darum geht, keine Steuern zahlen zu müssen.

Unter den Spinnern sind aber auch einige gefährlich. Der Rechtsextremismus-Experte Dirk Wilking fordert, man müsse Reichsbürgern den Waffenbesitz verbieten. Stimmen Sie ihm zu?

Benz: Ich würde niemandem außer der Polizei und den Streitkräften den Waffenbesitz erlauben – Reichsbürgern nicht und anderen auch nicht. Waffen haben in den Händen normaler Bürger nichts zu suchen!

Reichsbürger erkennen den deutschen Staat nicht an, sie sprechen dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten jegliche Legitimität ab. Was ist das Ziel dieser Bewegung?

Benz: Das ist schwer zu sagen, weil es eben keine einheitliche Bewegung ist. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie sich darauf berufen, das Deutsche Reich sei nie untergegangen. Und sie sehen sich selbst als Verwalter dieses Reiches. Eine beträchtliche Zahl der Reichsbürger leidet an psychischen Problemen, an Realitätsverlust. Die Bewegung insgesamt ist lächerlich!

Das klingt jetzt recht harmlos. Der Präsident des Verfassungsschutzes wa