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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

»Irrsinnig menschlich«

Ein Verein macht seelische Gesundheit zum Thema in der Schule

Etwa jeder dritte Erwachsene erkrankt irgendwann in seinem Leben an einer psychischen Störung. Das Reden darüber fällt den meisten Betroffenen schwer. Über Krebs kann man sprechen, über Depressionen nicht. Das möchte Manuela Richter-Werling ändern. Schon Kinder und Jugendliche will sie für das Thema psychische Erkrankungen sensibilisieren. Und ihnen Worte geben, darüber zu sprechen.

Viele psychische Krankheiten haben ihren Ausgangspunkt vor dem zwanzigsten Lebensjahr. Zwanzig bis dreißig Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als seelisch auffällig. »Deshalb müssen wir das Thema gerade in dieser Zielgruppe besprechbar machen«, sagt die Historikerin und Sozialunternehmerin. Dazu gehen Teams, bestehend aus einem Psychologen oder Sozialpädagogen und einem Experten mit persönlichen Krankheitserfahrungen, in den Schulunterricht. Die fünf- bis sechsstündige Unterrichtseinheit mit dem Namen »Verrückt – na und?« beginnt mit einem Gespräch über die Befindlichkeiten der Schülerinnen und Schüler. Wer hat schon Mobbingsituationen erlebt? Wer hat Prüfungsstress? Wer ist gesundheitlich angeschlagen? Im zweiten Teil des Unterrichts widmen sich die Jugendlichen Fragen wie »Was hilft mir in Krisensituationen?«, »Wo und wie findet meine Seele Antworten?«, »Auf welche Art bilden Körper und Seele eine Einheit?« Anschließend berichtet der persönlich Betroffene von seinen eigenen Lebenserfahrungen und vermittelt Wissen um Warnsignale. Gleichzeitig macht er oder sie Mut, sich in Stresssituationen Hilfe zu holen.

Mittlerweile arbeiten regionale Teams an 65 Standorten – zusammen etwa 600 Fachleute und Betroffene, »persönliche Experten« genannt – für »Irrsinnig menschlich«. Im Jahr 2000 hat Manuela Richter-Werling d