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Das verborgene Bild

Roman. Im Sommer 1920 steigt in einem entlegenen Dorf in Nordengland ein Fremder aus dem Zug. Er trägt einen Seesack und einen abgerissenen Mantel; seit er als Soldat aus dem Ersten Weltkriegs zurückgekehrt ist, leidet er an einem Tick: Sein Gesicht verkrampft sich in unkontrollierten Zuckungen. Der Mann ist Restaurator und hat den Auftrag, in der Dorfkirche ein mittelalterliches Fresko freizulegen. Er zieht in den Glockenturm der Kirche ein und beginnt sein Werk. Es ist erstaunlich, wie die tiefe Verlorenheit des Icherzählers den kleinen Roman durchdringt und dennoch leicht und elegant, ja fast heiter, vermittelt wird. Die Stille des Dorfes Oxgodby und seiner Kirche, die kontinuierliche Arbeit an dem Fresko prägen auch den schlichten, fast wortkargen Stil der Erzählung. Es sind die kleinen Ereignisse und Begegnungen, die fast unmerklich eine Veränderung in Gang bringen. In langsamen achtsamen Arbeitsgängen legt der Restaurator Stück für Stück das verborgene Bild frei. Zugleich und genauso allmählich wird auch die ramponierte Seele des Kunsthandwerkers frei, kommt sein zuckendes Gesicht zur Ruhe, wächst eine zarte, heimliche Liebe. Der verstorbene englische Schriftsteller J. L. Carr hat diese meisterhafte Novelle schon 1980 geschrieben, sie war damals für den Booker-Preis nominiert. Jetzt ist sie erstmals auf Deutsch erschienen.

Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
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