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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

»Den Einzelnen schützen«

Warum der Betriebsrat notwendig ist, damit Mitarbeiter mitbestimmen können. Fragen an Michael Bolte vom DGB

Publik-Forum: Mitbestimmung im Unternehmen ist eine Kernforderung der Gewerkschaften. Freuen Sie sich über sogenannte demokratische Unternehmen, die Mitwirkung an unternehmerischen Entscheidungen für alle Mitarbeiter zu ihrer Maxime machen?

Michael Bolte: Ich würde mich dann freuen, wenn Mitbestimmung dort nicht nur als individuelle, sondern auch als institutionelle aufgefasst würde. Denn das sind keine Gegensätze.

Braucht es denn die betriebliche Mitbestimmung noch, wenn im Unternehmen alle in hohem Maße mitentscheiden?

Bolte: Ja, unbedingt. Manche denken zwar, die klassische Mitbestimmung sei in der »Digitalen Ökonomie«, also in internetbasierten, hoch vernetzten Unternehmen, veraltet. Doch das stimmt nicht. Die Schutzrechte müssen sich verändern. Aber sie sichern den Raum, in dem der Einzelne entscheiden kann. Das ist wichtig, denn die individuelle Mitbestimmung ist ein Zugeständnis des Unternehmens, das auch zurückgenommen werden kann. Solange es dem Unternehmen gut geht, kann das funktionieren. Was aber, wenn Probleme auftauchen? Der Betriebsrat hingegen ist eine abgesicherte, gesetzlich geschützte Form der Mitbestimmung. So kann er auch Positionen vertreten, die dem Arbeitgeber vielleicht nicht gefallen, den Beschäftigten aber wichtig sind.

Sind demokratische Unternehmen ein Modell für Schönwetter-Zeiten?

Bolte: Es muss sich in schlechtem Wetter auf jeden Fall erst einmal bewähren. Das sehe ich aber noch nicht. Ich bin sehr dafür, dem Einzelnen einen größeren Entscheidungsspielraum am Arbeitsplatz zu geben. Mitbestimmte Unternehmen sind inn