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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2014
Der große Traum
Während im Westen die Euro-Angst grassiert, brennen die Osteuropäer für die europäischen Werte
Der Inhalt:

Buch des Monats: Neuer Frühling

von Norbert Copray vom 14.02.2014
Ein Befreiungstheologe erwartet vom Papst Reformen in der Kirche

Leonardo Boff
Franziskus aus Rom und Franz von Assisi
Ein neuer Frühling für die Kirche.
Butzon & Bercker. 126 Seiten. 12,95 €

Dass der weltweit bekannteste Be freiungstheologe, der Brasilianer Leonardo Boff, in Papst Franziskus einen »neuen Frühling für die Kirche« sieht, ist verständlich. Er schöpft neue Hoffnung für die römisch-katholische Kirche und ihre Aufgabe, den Armen in der Welt beizustehen und den Menschen die Liebe und die Fürsorge für die Erde vorzuleben.

In den 1980er- und 1990er-Jahren war Boff von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., vielfach drangsaliert worden. Bis sich der Franziskaner verantwortlicher Tätigkeiten als Theologieprofessor und Programmleiter für Theologie und Kirche in einem Verlag beraubt sah und sich aus Priesteramt und Orden verabschiedete. Doch dessen Gründergestalt Franz von Assisi ist ihm bis heute eine Leitfigur geblieben.

Eines der starken und anrührenden Bücher Boffs heißt denn auch »Zärtlichkeit und Kraft – Franz von Assisi, mit den Augen der Armen gesehen«. Es erschien 1983 und ist bis heute eines der besten Bücher über Franz von Assisi und eine von ihm inspirierte Theologie. Es trug dazu bei, die Befreiungstheologie zu einer Theologie des Lebens und zu einem ökologischen, spirituell begründeten Weltethos weiterzuentwickeln.

Leonardo Boff verlangt in seinem neuesten Buch »Lebensschutz« für die »Ausgeschlossenen«, zu denen allein in Brasilien fünfzig Millionen Menschen gehören. Sie bekommen keine staat lichen Hilfen gegen Kriminalität, Hunger und Arbeitslosigkeit. Daher am Schluss des Buches auch sein offener Brief an den Papst vom Herbst letzten Jahres, in dem er für die Einberufung »einer Versammlung zum Schutz des Lebens« plädiert.

Sein neues Buch startet er in der Rolle von Franz von Assisi mit einer zehnseitigen Botschaft an die heutige Jugend. Ihr folgen Vergleiche zwischen dem Leben und dem Selbstverständnis des Franz von Assisi und dem Reden und Handeln des Papstes. Wer als Erster den Namen Franziskus zum Papstnamen erhebe, signalisiere damit eine Verheißung und ein Programm. Habe doch Franz von Assisi seine eigene Lebensaufgabe dem inneren Ruf entnommen: »Baue mein Haus wieder auf, es liegt in Trümmern.« Franz leitete daraus die Aufgabe einer Kirchenreform ab. In dieser Spur sieht Boff

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