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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2014
Der große Traum
Während im Westen die Euro-Angst grassiert, brennen die Osteuropäer für die europäischen Werte
Der Inhalt:

Der Machtkampf

von Britta Baas vom 14.02.2014
Im Bistum Limburg ist die Arena eröffnet. Gekämpft wird nicht nur um den Bischof, dessen Wiederkehr oder Amtsverzicht. Sondern um die Frage: Was ist katholisch?

Mitte März tagt die Deutsche Bischofskonferenz. Diesmal treffen sich die katholischen Bischöfe in Münster, und sie haben Wichtiges zu entscheiden: Wer wird ihr neuer Vorsitzender? Eine Frage, die – so hört man aus Rom – auf keinen Fall von den Ereignissen im Bistum Limburg beeinflusst werden soll. Heißt das nun, dass man den »Fall Tebartz« vor – oder doch besser nach – der Wahl regeln will? Darauf weiß niemand so recht eine Antwort.

Der »Fall Tebartz«: Das ist die Geschichte eines deutschen Bischofs, der sich für mehr als 31 Millionen Euro seinen Bischofssitz umbauen ließ. Er habe dafür, so sagt er, Gelder des Bischöflichen Stuhls verwendet. Diese Schatulle ist der diözesanen Vermögensverwaltung entzogen. Über den Bau, die explodierenden Kosten und die intransparente Informationspolitik in der Sache stolperte Tebartz-van Elst am Ende. Vorausgegangen waren lange, tief gehende Störungen der Kommunikation zwischen dem Bischof und dem Verwaltungspersonal, dem Bischof und vielen Priestern, dem Bischof und gläubigen Katholiken. Franz-Peter Tebartz-van Elst – der Mann vom Niederrhein, geprägt von der katholisch-großbäuerlichen Monokultur Kevelaers – zog sich auf Geheiß des Papstes in ein niederbayerisches Kloster zurück, um dort das Ergebnis einer innerkirchlichen Untersuchung seines Falles abzuwarten.

Doch je länger die vorübergehende Beurlaubung des Bischofs währt, umso drängender werden Fragen, die in der ersten Aufregung um den öffentlich so titulierten »Protzbischof« im Hintergrund blieben. Zu diesen Fragen gehört, wie die Kirche eigentlich reagieren kann, wenn sie einen »Fall Tebartz« vor sich hat. Die Rechtslage ist eindeutig uneindeutig: Laut Kirchenrecht muss ein Bischof, der sich »wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr in der Lage sieht, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen«, den Rücktritt anbieten. Dazu ist er nach dem Rechtskodex »nachdrücklich gebeten«. Was aber tun, wenn der Bischof findet, dass er seine Amtsgeschäfte sehr wohl führen kann? Dieser Fall liegt bei Tebartz vor. Er arbeitet auf seine Wiedereinsetzung in Limburg hin. Die Untersuchungskommission, die in diesen Tagen ihren Abschlussbericht vorlegen wird, muss ihm schon ein schwerwiegendes Fehlverhalten im juristischen Sinne nachweisen, um ihn ins Wanken zu bringen. Sollte er wirklich Stiftungsgelder veruntre

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