Streitfragenzur Zukunft
Sind die Menschenrechte universell?
Wie verschafft sie sich Gehör, wo die Tradition sagt, dass sie als Frau nicht gehört werden soll? Dass sie zu schweigen und zu folgen hat? Die Frau lacht. Sie sitzt in einem kleinen Büro in Sakhanya in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal mitten in grünen Hügeln, dort, wo die Traditionen den Alltag der Menschen bestimmen. Wenn sie mal wieder einen traditionellen Führer um ein Stück Land für eine Frau bitte, sage der erst mal »Nein«, erklärt sie. Die Begründung: »Frauen haben kein Recht auf Land bei uns.« Dann sagt sie: »So ist es nicht mehr. Die Dinge haben sich geändert. Wir haben jetzt eine Verfassung.« Das Herzstück dieser Verfassung ist der Menschenrechtskatalog. Die Verfassung hat sie immer dabei, in ihrer Handtasche. Zur Not holt sie sie heraus und haut damit auf den Tisch, erzählt sie und lacht wieder.
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Lisa Heemann, geboren 1979, ist Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN). Zuvor forschte sie für ihre Dissertation zur Anerkennung traditioneller Institutionen in afrikanischen Verfassungen in Südafrika, Ghana und Uganda.
