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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Pfui-Rufe für den Propst

Im Ahrensburg stehen Kirchenmitglieder gegen die »Pastorenkirche« auf. Eine Verständigung ist nicht in Sicht

Rund fünfzig Menschen haben sich an einem Samstagabend in der Sankt Johanneskirche versammelt und lauschen den Klängen eines Akkordeonspielers. Die weißgetünchte Backsteinkirche aus den 1960er-Jahren ist schlicht. »Vor einem Jahr musste unser Akkordeonspieler vor der Kirche mit Handschuhen spielen«, sagt Irmgard Hübner, die ans Lesepult getreten ist und die Abendandacht leitet.

Alle Anwesenden in der Kirche wissen, was gemeint ist: Im Juli 2013 hatte der Kirchengemeinderat der evangelischen Gemeinde in Ahrensburg die Sankt Johanneskirche geschlossen. Man wollte sie entwidmen lassen. Der Protest im Stadtteil Ahrensburg-West zeigte sich in der Organisation von wöchentlichen Laienandachten sonntagmorgens vor der verschlossenen Kirchentür – und die Andachten unter freiem Himmel wurden von weit mehr Menschen besucht als zuvor die Gottesdienste in der Kirche. Fünfzig bis achtzig Anwohner kamen, selbst bei Regen und Schnee. An Heiligabend 2013 fanden sich sogar rund 400 Personen ein. Zudem traten die sechs Mitglieder des Kirchengemeinderats aus Ahrensburg-West von ihrem Amt zurück.

Der stille Protest der Laien hatte zunächst kaum Folgen. Bitten um Gespräche und einen »Runden Tisch« ließ der Kirchengemeinderat unbeantwortet. Immerhin waren die Protestierenden im August vergangenen Jahres zum Gespräch bei der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs eingeladen. Sie sagte »Friedensgespräche« zu, doch erst nach zehn Monaten begann eine Mediation. Die brachte nicht viel. Anja Botta, eine der Ahrensburger Pastorinnen und Vorsitzende des Kirchengemeinderats, vermutet als Grund: »Es gibt sehr viele Verletzungen auf beiden Seiten, die das Gespräch behindern.«

»Die schotten sich ab«