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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

»Jeder Baum ist wie eine Persönlichkeit«

von Gunhild Seyfert vom 30.01.2015
Warum der Gärtner Jürgen Schmitte Bäume an Menschen in Osnabrück verschenkt

Einen Baum von klein an aufzuziehen und groß werden zu lassen, das ist etwas Besonderes. Bäume sind schön – und in der Stadt besonders wertvoll. Deshalb verschenken wir von der Baumschutz-Initiative jetzt in der Pflanzzeit wieder junge Bäume. In diesem Winter sind es junge Buchen, im vergangenen Jahr waren es Linden. Jeder, der einen Garten hat, kann sich einen kleinen Baum bei mir in der Baumschule abholen und zu Hause pflanzen.

In der Baumschutz-Initiative, die ich mitgegründet habe, sind wir zehn Leute. Die Hälfte von uns sind Gärtner wie ich, die anderen arbeiten im Callcenter, in der Apotheke oder so. Einmal im Monat machen wir einen Infostand in der Fußgängerzone, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wir möchten Anstöße geben, damit die Menschen in der Stadt sich Gedanken machen über die Bedeutung von Bäumen, auch für ihr eigenes Wohlbefinden. Besonders wichtig ist für uns der Erhalt der großen alten Bäume in der Stadt. Jeder einzelne ist wie eine Persönlichkeit mit Charakter. Die alten Bäume sind wichtig für das Stadtbild, den Umwelt- und den Naturschutz. Abholzen und neu pflanzen ist kein wirklicher Ersatz für einen alten Baum. Wenn man sich vor Augen führt, wie viel Blattmasse ein großer Baum hat, wie viel Sauerstoff er damit produzieren und die Luft in der Stadt reinigen kann – dann sieht man, dass ein neu gepflanzter Baum im Vergleich erst mal extrem wenig ist.

Vor allem aber engagieren wir uns für eine Baumschutz-Satzung für Osnabrück. Seit 2002 die alte Satzung aufgehoben wurde, verlor Osnabrück kontinuierlich an Grün. Wir fordern, dass jeder, der einen großen alten Baum fällen will, sich vorher beraten lassen muss von einem fachlich qualifizierten Mitarbeiter der Stadt. Damit könnte oft das Abholzen verhindert werden. Weil man Alternativen finden könnte, zum Beispiel den Baum zurückschneiden. Mit einer Baumschutz-Satzung bezöge die Stadt Stellung für aktiven Baumschutz und könnte so den Respekt der Leute vor Bäumen steigern.

Mittlerweile wird über Baumschutz wieder diskutiert. Das immerhin haben wir bewirkt. Vor anderthalb Jahren haben wir 6000 Unterschriften gesammelt von Menschen, die auch meinen, dass große Bäume in unserer Stadt geschützt werden müssen und es einen Baumschutz-Beauftragten geben soll. Das Thema Baumschutz ist im Rat der Stadt und in der Zeitung präsent. Nachdem es lange Zei

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