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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Heilsam und barmherzig

von Markus Dobstadt vom 30.01.2015
Malteser Migranten Medizin: Ärzte helfen Menschen ohne Krankenversicherung

Vor gut einem halben Jahr wurde die Arztpraxis im Keller der katholischen Herz- Jesu-Gemeinde in Mannheim geöffnet. Sie ist ein Hort der Hoffnung für alle, die mit ihrer Krankheit nicht zum Arzt gehen können, weil sie keine Aufenthaltsgenehmigung oder keine Krankenversicherung haben. Rumänen oder Bulgaren etwa kommen dorthin, aber auch Frauen und Männer aus afrikanischen Staaten oder Syrien, die nicht in Deutschland gemeldet sind und sich auch nicht in einem Asylverfahren befinden. Wohin sollten sie sich wenden, wenn sie krank werden?

Seit 2001 haben die Malteser in inzwischen 13 Orten Anlaufstellen für Menschen ohne Krankenversicherung geschaffen. Mannheim-Herz Jesu ist die jüngste. Einmal pro Woche hat die Anlaufstelle für vier Stunden geöffnet. Fünf Ärztinnen und Ärzte sowie sechs Krankenschwestern engagieren sich dort ehrenamtlich. Einer von ihnen ist Ewald Jammers. Der 69-jährige Internist führte dreißig Jahre lang eine eigene Praxis. Im April hörte er auf, wollte aber dennoch gerne weiter arbeiten. So meldete er sich bei der Malteser Migranten Medizin. In die neu eingerichtete Praxis in Mannheim konnte er gleich einsteigen. Der Bedarf für dieses medizinische Angebot ist vorhanden, wie sich bald zeigte. Im Durchschnitt kommen sechs bis vierzehn Patienten. Auch arbeitslose Deutsche sind darunter, die sich »schämen, zur Arbeitsagentur zu gehen«, und die eine private Krankenversicherung nicht bezahlen können, berichtet Ewald Jammers.

Vierzig Facharztpraxen haben den Ärzten Unterstützung angeboten, wenn sie bei medizinischen Problemen mal nicht weiterwissen. In der Regel haben es die ehrenamtlich tätigen Ärzte mit den gleichen Krankheiten zu tun wie herkömmliche Hausärzte auch: Durchfall, Fieber, Bronchitis; auch Schwangere kommen zur Kontrolle. Eine durch die Praxis betreute Mutter hat ihr Kind inzwischen glücklich zur Welt gebracht.

Die Einrichtung ist auf Spenden angewiesen, denn die Patienten können in der Regel die Medikamente nicht selbst bezahlen. Die Kosten übernehmen dann die Malteser. Bezahlt werden muss außerdem auch ein Labor, das seine Dienstleistungen allerdings zu reduzierten Preisen anbietet. Nur wenn eine größere Operation und ein Klinikaufenthalt nötig sein sollten, könnte es schwierig werden. »Dann müssen unsere Einzelabsprachen mit den Krankenhäusern z

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