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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

»Es gibt keine Alternative zum Dialog«

von Bettina Röder vom 30.01.2015
NachgefragtUmstritten: Der Theologe Frank Richter lädt Pegida-Sympathisanten und Gegner in Dresden zum Gespräch

Publik-Forum: Herr Richter, Gespräche von Pegida-Anhängern und Gegnern finden von Ihnen moderiert in Ihrer Landeszentrale für politische Bildung statt. Was hat das überhaupt gebracht?

Frank Richter: Zunächst sehe ich keine Alternative zu dem Versuch, diese verschiedenen Menschen zum Gespräch miteinander einzuladen. Dass das schwierig ist, dass da viele Aggressionen abgebaut werden müssen, steht fest. Aber wenn wir das jetzt nicht machen, droht die Bewegung zu eskalieren.

Nun war ja Herr Gabriel bei Ihrem letzten Gespräch dabei. Hat es das befördert?

Richter: Es war zumindest eine Unterstreichung der Notwendigkeit, dass Politiker zuhören und sich dem Gespräch mit Pegida-Sympathisanten stellen. Kräftiger hätte ich es mir nicht vorstellen können.

Der Dialog war auch 1989 Voraussetzung für Veränderung. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit sind Ihnen wichtig?

Richter: 1989 habe ich gelernt, dass es möglich ist, Feindbilder zu zerstören. Wir haben Vorurteile, das ist nicht vermeidbar. So nötig sie sind, so gefährlich sind sie. Im Gespräch entsteht Verständnisraum. Der wird in der Regel als große Bereicherung empfunden. Nur so kann Neues entstehen.

Hat sich überhaupt durch die Gespräche bei Ihnen schon etwas verändert?

Richter: Seit Wochen sind wir in Dresden durch das Anwachsen der Pegida-Demonstrationen aufgeschreckt. Doch es ist eine Radikalisierung vermieden worden. Weil an verschiedenen Orten verschiedene Träger, nicht nur die Landeszentrale, diesen Dialog angeboten haben.

Warum haben Sie Ihre Räume für eine Pegida-Pressekonferenz zur Verfügung gestellt?

Richter: Das hat die Öffnung der verschlossenen Bewegung zur Presse ermöglicht.

Ausländische Mitbürger haben Ängste. Müsste nicht mit ihnen und Pegida das Gespräch stattfinden, um Feindbilder abzubauen?

Richter: Die Angst dieser Ausländer bedrückt mich zutiefst. Wir müssen nach Möglichkeiten suchen, wie wir ihnen die nehmen können, sie einbinden in den Dialogprozess. Die Landeszentrale ist nicht in der Lage, das auch noch zu leisten. Weil das eine eigene Met

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