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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Die Stars von nebenan

von Johannes Süßmann vom 30.01.2015
YouTuber faszinieren Millionen junge Leute. Wird das Fernsehen dadurch überflüssig?

Den Bildschirm füllt die bunte Animationswelt eines Computerspiels. In einem kleinen Fenster ist das Gesicht des Spielers eingeblendet: Erik Range, 37 Jahre, Vollbart, lange Haare. Per Kopfhörer und Mikrofon kommentiert er, was er gerade tut. Redet ein wenig über Gott und die Welt, tauscht sich mit Mitspielern aus. Es wird gelacht, geballert, erklärt – und gefilmt. Später wird Range das entstandene Video, ein sogenanntes »Let’s play«, auf seinen Kanal auf der Online-Plattform YouTube laden – und Zehntausende Menschen werden es ansehen. Denn dort ist Erik Range »Gronkh«. Und »Gronkh« ist auf YouTube ein Star.

Genau genommen ist er mit rund 3,3 Millionen Abonnenten der reichweitenstärkste deutsche YouTuber, ergab eine vor Kurzem veröffentlichte Rangliste der Plattform. Und es boomen nicht nur »Let's plays«: Kaum veröffentlicht, werden auch die Comedy-Videos von »Y-Titty« oder »iBlali«, die peppigen Nachrichtenclips von »LeFloid« oder die Schönheits- und Schminktipps auf den Kanälen »daaruum« und »Bibis Beauty Palace« Zehntausende Male geklickt. Ihre Schöpfer haben allesamt ein Millionenpublikum, meist im Alter zwischen zwölf und zwanzig Jahren.

Laut YouTube-Sprecherin Mounira Latrache gibt es in Deutschland mittlerweile mehrere Hundert hauptberufliche YouTuber. Seit einigen Jahren werden sie an den Werbeeinnahmen beteiligt. »Mehr als die Hälfte der Einnahmen gehen an die Videomacher«, sagt Latrache, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Laut Experten bleiben pro tausend Abrufen zwischen zwei und vier Euro bei den YouTubern hängen.

Treten bekannte YouTuber außerhalb der Online-Welt auf, werden sie von Autogrammjägern belagert, von kreischenden Teenies bejubelt. Was steckt hinter dem Hype? Wird YouTube das neue Fernsehen?

»Eines der wichtigsten Erfolgskriterien auf YouTube ist der Dialog mit dem Publikum«, sagt YouTube-Sprecherin Latrache. Auch der Medienpädagoge Andreas Hedrich sieht einen Grund für den Erfolg im hohen Identifikationspotenzial der Clips.

»Wenn sich Videospieler in ›Let’s plays‹ beim Spielen unterhalten, kommt das so gut an, weil viele Jugendliche einen Teil ihres Alltags eben auch so gestalten: Mit Kumpels vor dem Bildschirm«, sagt Hedrich. Hinzu komme die einfache technische Umsetzung und das dadurch vermittelte Gefühl: »Das kann ich auch!« Es ist das Prinzip des Stars von nebe

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