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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Vorgespräch: Gott in der Bütt

von Eva-Maria Lerch vom 30.01.2015
Was macht die »Stunksitzung« anders als der offizielle Kölner Karneval? Fragen an Pressesprecher Winni Rau

Publik-Forum: Was heißt eigentlich »Stunk«?

Winni Rau: Wenn ein Kölner sagt: »Ich mach Stunk«, bedeutet das Widerstand, Rabatz. Der Name »Stunksitzung« ist schon ein bewusster Kontrast zur »Prunksitzung« der großen Karnevalsvereine.

Was macht denn die Stunksitzung anders?

Rau: Wir machen Kabarett, gehen dabei auch aktuelle gesellschaftliche Themen an, haben keine Scheu vor religiösen Autoritäten und verhohnepipeln auch den offiziellen Karneval. Zugleich pflegen wir aber auch die schönen Seiten der Fastnacht, verkleiden uns und trinken lecker Bier.

Wird da auch geschunkelt?

Rau: Ja, aber auch das ist dann eher eine Parodie mit politischem Hintersinn. Wir hatten zum Beispiel mal ein »Marxismus-Schunkeln« unter Leitung der »Fidelen Kubänchen«. Dazu der Refrain: »Nur keine Hektik wegen der Dialektik«.

Die Stunksitzung ist ja inzwischen Kult …

Rau: Das hat uns selbst überrascht! Wir vom Ensemble haben ursprünglich Sozialpädagogik an der Kölner Fachhochschule studiert. Damals war Karneval für uns ein absolutes No-Go: Diese Uniformen, diese Marschmusik und die sexistischen Witze ... Da ist man am Rosenmontag lieber an die Nordsee geflohen.

Und dann?

Rau: Dann haben wir uns gefragt, warum wir den Karneval, der ja mal eine Protestform der kleinen Leute war, nicht zu seinen Ursprüngen zurückführen. Das war 1984. Inzwischen machen wir jedes Jahr fünfzig Stunksitzungen. Und sobald die Verkaufsstellen offen sind, stehen die Besucher Schlange, manche übernachten sogar, um ein Ticket zu ergattern.

Die Stunksitzung hat aber auch Gegner. Sie sind zum Beispiel wegen Ihrer Nummer »Ratze und Meise« im Jahr 2006 angezeigt worden.

Rau: Ja, da hatten wir den Kölner Kardinal Meisner und Papst Benedikt XVI. zusammen im Bett dargestellt. Da gab es Anzeigen von Katholiken. Die wurden dann aber nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft wieder fallen gelassen.

Nach dem Attentat auf »Charlie Hebdo« wissen wir alle, wie gefährlich Satire ist. Haben Sie jetzt auch Angst?

Rau: Wir haben darüber disk

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