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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Buch des Monats: Der Kampf um Respekt

von Norbert Copray vom 30.01.2015
Wie Verachtung und Selbstzweifel die Menschen herausfordern

Franz Josef Wetz
Rebellion der Selbstachtung
Gegen Demütigung. Alibri. 192 Seiten. 16 €

Selbstachtung und Missachtung sind wichtige Schlüssel, um Resignation und Wut, Gewalt und Gegengewalt von Menschen zu verstehen. Die Selbstachtung, die dem Menschen abgefordert ist, wird in ihrer Bedeutung völlig unterschätzt und ist doch in nahezu allen Aktivitäten präsent: als Schutz gegen Demütigung oder als Demonstration der eigenen Würde, was beides auch in eins fallen kann.

Mit dem Buch »Rebellion der Selbstachtung« hat Franz Josef Wetz, Professor für Philosophie und Ethik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch-Gmünd, ein überzeugendes und tiefgründiges Buch vorgelegt, das psychologische, gesellschaftliche, philosophische, ethische und politische Aspekte bravourös vereint. Mit ihm lässt sich gut nachvollziehbar die Verstrickung von Menschen, Gruppen und Gesellschaften in die Ansprüche und Widersprüche der Selbstachtung und der Missachtung bis hin zur Demütigung und Selbsterniedrigung entwirren.

Zugleich lernt man verstehen, worin die Selbstachtung des Menschen wurzelt, wie sie entwurzelt werden kann, wie und was Anerkennung bedeutet und wann die Selbstachtung gefährdet ist, so dass Gefühle der Scham, Demütigung und Kränkung hervorgerufen werden. Franz Josef Wetz unterschlägt auch nicht die Verfehlungen der Selbstachtung durch Arroganz und Hochmut oder durch Selbstzweifel und Selbstverachtung.

Das Buch ist so hervorragend, dass es des Nachdenkens und der Debatte wert ist. Die Gründlichkeit in der Argumentation und die Umsicht sind beispielhaft. Das Buch ist auch alltagspraktisch hilfreich, bietet es doch auf hohem inhalt lichem Niveau Philosophie der Lebenskunst im besten Sinne des Wortes. Es stärkt den »aufrechten Gang«.

Richtig verortet Wetz die Selbstachtung als »zerbrechliches Gut, das eines achtsamen Umgangs bedarf«, inmitten eines »ruhelosen Individualismus«, der angesichts der »hohen Leistungs- und Vergnügungsansprüche« sowie des allgemeinen Glaubens »an die Erreichbarkeit aller angesteuerten Ziele« nicht selten in Selbstzweifel, Versagens- und Absturz ängste führt. Wie damit fertig werden?

Wetz vermittelt Orientierungen, die über die Banalitäten vieler Lebensratgeber hinausführen. Zugleich fordert er Philosophie, Theologie und religiösen Glau

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