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Es ist Gotteszeit

Der Schweizer Theologe Leonhard Ragaz und sein »religiöser Sozialismus«. Die Spuren seines Wirkens finden sich in allen lebendigen Aufbrüchen der gegenwärtigen Christenheit
von Christian Feldmann vom 27.04.2011
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Die biederen Zürcher Bürger waren empört: Am 1. Mai marschierte doch tatsächlich der Dekan der ehrwürdigen Theologischen Fakultät im Arbeiterumzug mit. Und am Heiligen Abend 1912 lud er die in Basel tagenden Vertreter der Sozialistischen Internationale zu einer Friedensdemo in das Basler Münster ein. Immer wieder Leonhard Ragaz; an der Zürcher Universität galt er als Enfant terrible. Er sei ja eigentlich gar kein richtiger Theologe, raunte man sich zu, angeblich verfüge er nicht über die nötigen akademischen Grade. Man habe ihn nur deshalb an die Hochschule berufen, um die herrschende liberal-ethische Richtung in der Theologie zufriedenzustellen.

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