Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Vorgespräch: Krankheit oder Begabung?

Fragen an Anita Schmitt von der Akademie Heiligenfeld zum Symposium »Lebendige Hochsensibilität«

Publik-Forum: Frau Schmitt, Sie veranstalten nun schon zum zweiten Mal ein Symposium zum Thema »Hochsensibilität«. Was verstehen Sie eigentlich darunter?

Anita Schmitt: Menschen mit Hochsensibilität haben eine erhöhte Empfindsamkeit und eine breitere Wahrnehmung. Sie spüren mehr, intensiver und gründlicher. Dieses Wesensmerkmal macht sie sehr verletzlich und führt oft dazu, dass ihnen alles zu viel wird, weil sie die vielen Eindrücke nicht mehr verarbeiten können. Wenn sie großem Stress ausgesetzt sind, kann das zu psychischen Erkrankungen führen.

Lange war Hochsensibilität gar kein Begriff. Nun hört man immer wieder von Menschen mit dieser Zuschreibung. Ist das nicht eine Modediagnose?

Schmitt: Nein. Von einer Diagnose kann man sowieso nicht reden, weil Hochsensibilität ein Wesensmerkmal ist, aber keine Krankheit. Das gab es schon immer. Aber unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen kann es zum Problem werden – und tritt deshalb vermehrt ins Augenmerk.

Wie kommt das?

Schmitt: Unsere Welt ist lauter geworden, schneller, komplexer. Vor allem die Beschleunigung und der ständige Input durch die Digitalisierung sind für hochsensible Menschen schwer zu bewältigen. Sie können aber lernen, konstruktiv damit umzugehen und ihr Leben gerade mit diesem Wesensmerkmal kreativ zu gestalten.

Ist Hochsensibilität auch eine Begabung?

Schmitt: Ja, ganz eindeutig. Diese Menschen sind sehr feinfühlig, sie haben besondere Antennen. Deshalb finden Sie sie oft unter Künstlern und in heilenden B