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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Auf der Suche nach dem echten Vaterunser

Und führe uns nicht in Versuchung? Leserstimmen zu den Debatten-Beiträgen in Publik-Forum 22 bis 24/2017

Dank an Peter Graf, Dank an die Schweizer Bischöfe, die endlich das Vaterunser geändert haben. Wann folgen die deutschen Bischöfe? Die bisherige Vaterunserbitte »Und führe uns nicht in Versuchung« ist kein Jesus-Gebet, sondern eine Gotteslästerung, die von vielen Christen gedankenlos nachgeplappert wurde und wird. Der Gott Jesu ist doch kein Zyniker. Aber auch Graf bleibt am griechischen Text des Neuen Testaments hängen und muss mit sprachlichen Klimmzügen arbeiten. Dabei geht es auch einfacher, wie der Theologe Günther Schwarz gezeigt hat, der alle Jesus-Worte in Jesu Muttersprache rückübersetzt hat. Demnach hat Jesus das Vaterunser so gebetet: »Abba! / Deine Gegenwart – lass geheiligt werden! / Deine Herrschaft – lass sich ausbreiten! / Dein Wille – lass geschehen! / Lass geben uns unsere Nahrung! / Lass vergeben uns unsere Sünden! / Lass retten uns aus unserer Versuchung. Amen!« – Wunderbare aramäische Poesie. Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Jesuanisch eben. Franz Alt, Baden-Baden

Peter Graf behauptet, die sechste Vaterunserbitte sei falsch übersetzt. Schön wär’s wenn er recht hätte. Aber diese Bitte heißt wörtlich aus dem Griechischen übersetzt: »Und trage uns nicht in Versuchung hinein!« Sowohl in Matthäus 6, 13 als auch in Lukas 11, 4. Das ist dem Sinn nach nichts anderes als: »Und führe uns nicht in Versuchung!« Ich verstehe Grafs Anliegen. Trotzdem sollten wir in Übersetzung und Auslegung der Bibel nicht nach dem Grundsatz vorgehen: »Was nicht sein darf, auch nicht sein kann!« Stellen wir uns dem Urtext, auch wenn es hart ist. Helmut Dietzfelbinger, Neudettelsau