Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2016
Ohne Hoffnung keine Zukunft
Der Inhalt:

Können Protestanten Karneval?

von Eva-Maria Lerch vom 15.01.2016
VORGESPRÄCH: Bekehrung für Blauköpp: Fragen an Detlev Prößdorf, Sitzungspräsident der Kölner »PROT’s-Sitzung«

Publik-Forum: Herr Prößdorf, können Protestanten Karneval?

Detlev Prößdorf: Auf jeden Fall! Bei der Prot’s-Sitzung, dem protestantischen Karneval in Köln, können Sie erleben, wie das protestantische Publikum, das ja sonst eher als gesittet gilt, aus sich herausgeht, wie es schunkelt und tobt. Das wird für viele zur Urerfahrung – ein karnevalistisches Bekehrungserlebnis …

Auf der Ankündigung ist Martin Luther mit Clownsnase zu sehen. Meinen Sie, dass der zu der Sitzung kommen würde?

Prößdorf: Ich denke schon! Martin Luther war jemand, der sich nicht den Mund verbieten ließ, der pointiert seine Meinung gesagt hat und Sinn für Humor hatte. Da muss man nur seine Tischreden lesen – bei denen geht’s häufig auch feucht-fröhlich zu.

Wer steigt da in die Bütt?

Prößdorf: Pfarrerinnen und Pfarrer aus Köln und Umgebung, kirchliche Mitarbeiter und ehrenamtliche Protestanten – im Rheinland »Blauköpp« genannt. Da können so einige einmal Talente und Seiten zeigen, die sonst im Alltag eher verborgen bleiben …

Und was kommt auf die Bühne?

Prößdorf: Ein abendfüllendes Programm, das lokale, gesamtkirchliche und gesellschaftliche Themen satirisch beleuchtet. »Prot’s-frech« geht es um Finanzmisere, Ehrenamt, Sterbehilfe, Jugendarbeit, Reformationsjubiläum, kirchliche Marotten, und auch der Kölner Klüngel darf natürlich nicht fehlen.

Spielen Sie selbst auch mit?

Prößdorf: Ja sicher! Zum Beispiel spiele ich mit Schulpfarrer Heribert Rösner auch diesmal wieder Szenen aus der »Papst-WG« im Vatikan, wo längst nicht nur Friede herrscht: Er spielt Franziskus, ich bin Benedikt.

Wie kam es zur Idee, eine protestantische Karnevalssitzung zu veranstalten?

Prößdorf: Viele Jahrhunderte lang war der rheinische Karneval fest in katholischer Hand. Die Evangelischen flohen von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch an die Nordsee oder ins protestantische Holland. Da musste sich etwas ändern! 1997 wurde daher erstmals die Prot’s-Sitzung aufgeführt, die seitdem alle zwei Jahre läuft. Vorbild war dabei die alternative Kölner Stunksitzung. Von Anfang a

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen