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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2015
Die bedrohte Demokratie
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 16.01.2015

Ulrich Kraetzer
Salafisten
Gütersloher Verlagshaus. 288 Seiten. 19,99 €

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wird in Deutschland im Blick auf den Islam überwiegend integrations- und sicherheitspolitisch diskutiert. Erst in den letzten zwei Jahren erregten Angehörige dieser Religionsgemeinschaft ein besonderes öffentliches Aufsehen: die Salafisten. Die kostenlose Verteilung des Korans auf öffentlichen Plätzen und die Anwendung brutaler Gewalt bei einer Demonstration gegen die islamophobe Partei Pro-NRW vor der König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg sorgten für bundesweite Schlagzeilen. Der Journalist Ulrich Kraetzer hat sich als einer der Ersten mit dem Phänomen des Salafismus und dessen Anhängern auseinandergesetzt. Er zeigt Netzwerke auf und deren Querverbindungen zu terroristischen Zellen und zur salafistischen Ideologie. Vertretern des Salafismus wird ausreichend Raum zur Selbstdarstellung gegeben; deutlich zutage tritt deren mehr als ambivalentes Verhältnis zum demokratischen Rechtsstaat. Die Gesetze der Scharia können die Salafisten nur deshalb nicht einführen, weil sie eine Minderheit sind. Zwischen Dialog, De-Radikalisierung oder Abschiebung als »Lösungsansätzen« entscheidet sich der Autor für die beiden ersten Strategien. Ludwig Watzal

Konrad Paul Liessmann
Geisterstunde
Die Praxis der Unbildung. Zsolnay. 192 Seiten. 17,90 €

Gewohnt scharfzüngig benennt der österreichische Philosoph und Publizist Konrad Paul Liessmann das Gespenstische an den aktuellen Bildungsreformen. Wer ein aufrechtes Interesse an jungen Menschen habe und diesen Lesekultur statt »Textkompetenz« vermitteln möchte, werde erschauern angesichts der »schönen neuen«, inhaltsleeren Kompetenzwelt, die unsere Schulen und Hochschulen erfasst habe. Und die wir noch teuer bezahlen würden – nicht nur mit einem Verlust an Kultur und Lebensgenuss. Mal sind es Wahnideen im Stil eines Jean-Jacques Rousseau mit dem Ziel einer egalitaristisch konstruierten Schule, mal hybride Steuerungsfan tasien einer Bildungsplanwirtschaft, mal blinder Marktglaube, die der Wiener Professor in seiner glänzend geschriebenen Polemik bloßstellt. Dabei wäre alles ganz einfach … wenn wir der pädagogischen Vernunft und dem

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