Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2013
Teilen statt besitzen
Alternativen zur Wegwerfgesellschaft
Der Inhalt:

Montagsbriefe an die Bischöfe

von Thomas Seiterich vom 11.01.2013
Dialogprozess in der Kirche: Reformvorschläge aus der Bibel

Montag für Montag landet neuerdings auf dem Schreibtisch der deutschen Bischöfe ein brisanter Brief. Das begann mit dem neuen Kirchenjahr am ersten Advent. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Wer steckt hinter der Aktion Montagsbriefe? Engagierte Pfarrgemeinderäte aus dem kirchlich eher liberalen Südwesten. Engagierte Pfarrgemeinderäte aus Ulm wie die Musikerin Barbara Comes, der Rechtsanwalt Bernhard Fritzenschaft oder der Naturwissenschaftler Florian Finsterwalder. Sie sind für kirchliche Altersverhältnisse eher jung, nur Fritzenschaft ist Mitglied der Konzilsgeneration. Die insgesamt fünf Initiatoren der Montagsbriefe entstammen nicht einer der einschlägig bekannten katholischen Kirchenreformgruppen.

»Wir sind überzeugt, dass das biblische Wort letztlich das bestimmende Fundament sein muss für den Weg der Kirche zu jeder Zeit, auch der heutigen«, sagt Bernhard Fritzenschaft. Ähnlich formuliert es die Selbstdarstellung der Aktion. Das Prinzip der Montagsbriefe: Sie gehen immer vom aktuellen Evangelium oder einem Schrifttext des letzten Sonntags aus und legen die Bibel auf häufig provokante Weise aus – mit ganz besonderer Berücksichtigung der Lage und der Krise der katholischen Kirche hierzulande. »Wir begrüßen den Dialogprozess in unserer Kirche sehr«, sagt Barbara Comes, »deshalb will unsere Aktion diesen Dialogprozess mit biblischen Überlegungen anreichern und kritisch begleiten.«

In der Tat spielte bislang beim Dialogprozess, den der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch 2010 in der Krise infolge sexueller Gewalt und Kindesmissbrauchs durch Priester ausrief, der Einspruch der Bibel kaum eine Rolle.

Der erste Montagsbrief fragt die Bischöfe, »ob Sie Lehrer in eigener Überzeugung und Kompetenz sind oder ob Sie als mechanische Tonträger fungieren«. Am Montagsbrief darauf werden – ausgehend von der Predigt des Täufers im Sonntagsevangelium – die »Oppressions- und Denunziationsvorgänge durch in Rom lobbyisierende bischöfliche ›Mitbrüder‹« angesprochen.

Und die Reaktionen? Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki hat den Montagsbrief-Absendern sehr freundlich geantwortet. Der Rottenburg-Stuttgarter Weihbischof Thomas Maria Renz stieg mit einem theologischen Antwortbrief ins Gespräch ein. Renz schreibt auch

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen