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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2012
2012: Wir steigern das Bruttosozialglück
Umbau der Wirtschaft
Der Inhalt:

Mit Treckern und in Imkerkluft

von Bettina Röder vom 04.05.2012
Kampagne »Meine Landwirtschaft« lädt zur Demo nach Berlin

»Das war einfach überwältigend«, sagt Heike Böthig. Sie ist noch heute begeistert. Und damit meint sie, »dass so viele Menschen gekommen waren, um dafür zu sorgen, dass unsere Landsleute bewusster leben.« Mit ihrem Trecker war sie vom Gut Peezig in Nordbrandenburg nach Berlin gefahren. Mit ihr demonstrierten vor genau einem Jahr 22 000 Menschen während der Grünen Woche: Gegen Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Trinken sowie Tierleid in den Megaställen.

Die Aufmerksamkeit der Berliner war ihnen gewiss: »Viele Menschen haben uns vom Straßenrand aus zugejubelt und ›Macht weiter so!‹ gerufen«, sagt die 47- jährige Landwirtin. Die demonstrierenden Bauern, Umwelt- und Verbraucherschützer haben das ernst genommen. Auch in diesem Jahr soll es eine Demonstration geben, zu der im Januar wieder die Kampagne Meine Landwirtschaft einlädt. Das Motto: »Wir haben es satt! – Bauernhöfe statt Agrarindustrie!«

Mehr als 50 Initiativen, Vereine und Organisationen unterstützen das Netzwerk. »Wie im letzten Jahr ist es wichtig, dass die gentechnikfreie Bewegung Flagge zeigt«, steht im Aufruf zur Demo. Und: »Deshalb kommt mit Bannern, Schildern, Treckern, Imkerkluft am 21. Januar nach Berlin.«

Der Zeitpunkt ist wie im vergangenen Jahr sehr bewusst gewählt. Es ist Grüne Woche, und an diesem Tag treffen sich die internationalen Agrarminister auf Einladung der Bundesregierung mit den Agrarkonzernen, um – wie es in der Einladung heißt – die Industrialisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. Und weiter: Genau das verursache nicht nur die Skandale und das Tierleid, es verschärfe auch die Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück blieben »ausgeräumte Landstriche und Monokulturen«. Die EU und die Bundesregierung subventionierten das alles mit Milliarden Euro.

Die Forderungen an Bundeskanzlerin Angela Merkel stehen darum für das Netzwerk fest:

Subventionen müssen an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien gebunden sein.

Statt Agrarmärkte zu liberalisieren, müsse es faire Regeln geben.

Heimisches Futter müsse statt Gentechnik-Soja gefördert werden.

Ende der Spekulationen mit Lebensmitteln.

Der Fleischindustrie den Geldhahn abdre

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