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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2012
2012: Wir steigern das Bruttosozialglück
Umbau der Wirtschaft
Der Inhalt:

Die Macht der Schwarzmärkte

von Bettina Röder vom 04.05.2012
Der neue Kim in Nordkorea: Alte Ängste, die Mystik der Familie und neue Chancen. Fragen an Asien-Expertin Kristin Kupfer

? Kim Jong Un, neuer Herrscher im völlig abgeschotteten Überwachungsstaat Nordkorea, stand kurze Zeit im Rampenlicht. Wann wird er wieder von sich reden machen?

! Eigentlich macht er das jetzt schon. Da gab es neben Propagandabildern, die klarmachen sollen, er hat die 1,2 Millionen starke Armee fest im Griff, eine harte Ansage.

? Was meinen Sie?

! Sein erster, von ihm unterzeichneter Befehl ging offensichtlich an das Militär. Es solle in die Kasernen zurückkehren und sich bereithalten.

? Manche sagen, er sei nur eine vorgeschobene Galionsfigur.

! Er steht im Zentrum einer kollektiven Führung. Die Vertrauten seines Vaters, sein Onkel Chang Jang Song Tae, seine Frau Kim Kyong Hui und General Ri Yong Ho, Staatschef der Armee, sind da die wichtigsten.

?Hat mit seinem Antritt die Unsicherheit der 23 Millionen Menschen zugenommen?

! Insofern, dass nicht klar ist, was die jetzt begonnene Schließung und Unterdrückung von Privatmärkten zu bedeuten hat. Die aus seiner Sicht Unruhe bedeuten. Das beunruhigt auch die Händler.

? Welche Rolle spielen die Schwarzmärkte?

!Eine sehr große, bis in die Führungsschicht. Die politische Elite wird so mit Konsumgütern versorgt, die aus Sicht des Regimes wichtig sind, um Loyalitäten zu sichern. Auch für den Handel mit China. Die Schwarzmärkte haben sich so zu einer Art zweiter Säule neben der reglementierten Kollektivwirtschaft entwickelt.

? Was sind weitere Unsicherheiten?

! In wie weit militärische Aktionen die Politik dominieren. Ob es möglicherweise, um sich jetzt zu etablieren, zu Drohgebärden gegenüber Japan und Südkorea oder sogar zu Angriffen auf diese Länder kommt.

? Welcher Philosophie folgt das System?

!Ein wichtiger Faktor ist, dass man aus eigenen Kräften heraus sein Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ideologisch erhalten will, das

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