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Wohin bloß mit dem vielen Geld?

von Wolfgang Kessler vom 26.11.2014
Millionen Deutsche sind arm, der Staat hat Schulden. Doch viele Reiche und Unternehmen wissen nicht mehr, wohin mit ihrem Geld. Allen könnte geholfen werden, wenn die Deutschen offen übers Geld reden würden. Kesslers Kolumne
Geld im Überfluss? Das gibt es, ein Teil der Bevölkerung in Deutschland hat ein Vermögen von 5200 Milliarden Euro angehäuft, während ein weiterer großer Teil hingegen Schulden hat. Doch das viele Geld ist ein Problem, auch für die, die es haben. Und die Frage ist, wie können auch diejenigen davon profitieren, die wenig besitzen? (Foto: thinkstock/gettyimages/Artem Samokhvalov)
Geld im Überfluss? Das gibt es, ein Teil der Bevölkerung in Deutschland hat ein Vermögen von 5200 Milliarden Euro angehäuft, während ein weiterer großer Teil hingegen Schulden hat. Doch das viele Geld ist ein Problem, auch für die, die es haben. Und die Frage ist, wie können auch diejenigen davon profitieren, die wenig besitzen? (Foto: thinkstock/gettyimages/Artem Samokhvalov)

Es gibt zwei Dinge, über die die Deutschen nicht gerne reden: über Gott und über Geld. Bei Gott ist es noch verständlich. Da ist glauben wichtiger als reden. Aber beim Geld könnte sich das Schweigen bald rächen.

Nullzinsen und die Angst vor dem Crash

Nicht wenige Deutschen drohen, im Geld zu ersticken. Klar: Die Hälfte aller Bürger wird jetzt aufheulen, jene 40 Millionen, die kein Geld übrig haben, höchstens Schulden. Dafür hat die andere Hälfte sehr viel. Immerhin besaßen die Privathaushalte Ende 2013 ein Privatvermögen von rund 5200 Milliarden Euro – zwanzig Jahre zuvor waren es mit 2300 Milliarden Euro weniger als die Hälfte.

Schön für die Reichen, könnte man sagen. Wenn das viele Geld nicht zum Problem geworden wäre – auch für die, die es haben. Die Bürger wissen nämlich nicht mehr, wohin damit. Reichere Haushalte besitzen meist schon Wohneigentum, die Zinsen sind niedrig. Also kaufen sie Aktien, dann fließt es in die Spekulation. Und bei einem Crash kann es weg sein.

Verzweifelte Unternehmen fürchten Negativzinsen

Noch mehr Probleme mit der Geldschwemme haben die Unternehmen. Sie werden von der Europäischen Zentralbank mit billigem Geld versorgt, damit sie investieren. Dies tun sie nicht, weil die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen nicht steigt. Zudem verdienen die Unternehmen auch so schon genug. So viel, dass auch sie nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld. Die Bosch-Stiftung zum Beispiel hat 14 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Und jetzt haben ihr die Banken eröffnet, dass sie das Geld nur auf dem Konto parken könne, wenn sie dafür Negativzin

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