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USA: Kulturkampf forever?

von Barbara Jentzsch vom 17.04.2012
»We are Catholics. We are Americans. We are proud to be both«, beginnt die Kampfansage der US-Bischöfe an Präsident Obama. Die Kirchenmänner machen mit einem neuen Dokument republikanische Politik. Und sie benutzen die Religionsfreiheit, um »Freiheit von der Freiheit« zu erzwingen
Weiter auf Anti-Obama-Kurs: Die katholischen US-Bischöfe haben jetzt eine Kampfschrift veröffentlicht, die kein gutes Haar am demokratischen Präsidenten lässt. (Foto: www.usccb.org)
Weiter auf Anti-Obama-Kurs: Die katholischen US-Bischöfe haben jetzt eine Kampfschrift veröffentlicht, die kein gutes Haar am demokratischen Präsidenten lässt. (Foto: www.usccb.org)

Amerikaner, die sich nach dem Ausstieg des penetranten Super- Katholiken Rick Santorum etwas weniger Kulturkampf und etwas mehr Sachlichkeit erhofften, haben die Rechnung ohne die amerikanischen katholischen Bischöfe gemacht. Die obersten Hirten behaupten zwar, keine politische Richtung zu bevorzugen, aber das am 12. April vom Ad Hoc Komitee für Religiöse Freiheit veröffentlichte Manifest der Bischofskonferenz kann nur als fortgesetzte, verschärfte Kampfansage an die Regierung Obama gelesen werden. Das 12-Seiten-Dokument unter dem Titel »Our First, Most Cherished Liberty« ruft zu einer »mächtigen nationalen Kampagne« zum Schutz der bedrohten Religionsfreiheit auf.

Sieben angebliche Einschränkungen religiöser Freiheit werden konkret angesprochen . Dazu gehört zum Beispiel der Ausschluss katholischer Adoptionseinrichtungen, die sich weigern, Kinder an unverheiratete oder homosexuelle Paare zu vermitteln. Doch wie schon seit Monaten zielt die schärfste Kritik auf den Passus in Obamas Gesundheitsreform, der Empfängnisverhütung und Sterilisation als Versicherungsleistungen bestimmter religiöser Arbeitgeber vorsieht. Obamas Kompromissvorschlag, der den Versicherungen die Kosten aufbürdet, hatten die Bischöfe sofort und ohne zu zögern abgelehnt - doch

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