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USA: Das Martyrium der Flüchtlingskinder

von Barbara Jentzsch vom 30.08.2018
Erst ein weltweiter Aufschrei sorgte dafür, dass US-Präsident Donald Trump eine unmenschliche Praxis an der Grenze zu Mexiko beendete: Flüchtlingsfamilien wurden getrennt, Kinder ihren Eltern entrissen. Inzwischen sind fast 2000 der 2500 verschleppten Kinder wieder bei ihren Angehörigen. Tief verstört, berichten sie Anwälten von Misshandlungen
Eine Mutter kann ihren Sohn wieder in den Arm nehmen, nachdem sie für mehr als sechs Wochen getrennt worden waren, als sie in die USA flüchteten (Foto: pa/ap/The El Paso Times/Ruben R. Ramirez)
Eine Mutter kann ihren Sohn wieder in den Arm nehmen, nachdem sie für mehr als sechs Wochen getrennt worden waren, als sie in die USA flüchteten (Foto: pa/ap/The El Paso Times/Ruben R. Ramirez)

Um Massendeportationen bei Nacht und Nebel zu verhindern und die weiterhin in Lagern festgehaltenen Kinder zu schützen, sind Bürgerrechts- und Einwanderungsanwälte mit Eilklagen vor Gericht gezogen. Sie vertreten Hunderte oft tief verstörte Kinder, die langsam erzählen, was sie in den Wochen ihrer Käfig- und Lageraufenthalte erlitten haben – wie sie bedroht und misshandelt wurden.

»Wenn ihr euch nicht benehmt, kommt ihr nie wieder raus«

Im Shiloh Treatment Center im texanischen Manvel mussten Neunjährige Psychopharmaka schlucken. Ihr Trinkwasser in Arizona kam aus der Toilette. Das Essen war verdorben, und sie mussten mit dünnen Decken auf eisigen Betonfußböden schlafen. »Ich habe mich wie ein Gefangener gefühlt«, sagt der neunjährige Brasilianer Diogo De OLivera. Fünf Wochen schlug er sich in einem Lager in Chicago durch, drei davon war er völlig von anderen isoliert, weil er Windpocken bekam. Die zehnjährige Sandy Gonzalez aus Guatemala war 55 Tage von ihrer Mutter getrennt. »Wenn ihr euch nicht benehmt, kommt ihr hier nie wieder raus«, haben ihr die Aufseher im texanischen Lager Harlingen gedroht. Jungs und Mädchen seien immer getrennt worden, erzählt Sandy einer Washington Post-Reporterin.Und wenn sie sich zu nahekamen, seien sie bestraft worden.

Nachdem sie die Beschwerden von 200 Flüchtlingskindern und -eltern über inh

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