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von Dorothee Vakalis vom 09.03.2016
Seit fünf Jahren engagiert sich Dorothee Vakalis für Flüchtlinge im Norden Griechenlands. Doch was nun in dem völlig überfüllten Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze geschieht, übertrifft alles bisher Dagewesene. Ein Erfahrungsbericht – und ein Hilferuf
Tausende Flüchtlinge warten in Idomeni, am Grenzübergang von Griechenland nach Mazedonien, auf ihre Weiterreise gen Norden. Mindestens vierzig Prozent von ihnen sind Kinder (Foto: pa/abaca/Romano Ivan).
Tausende Flüchtlinge warten in Idomeni, am Grenzübergang von Griechenland nach Mazedonien, auf ihre Weiterreise gen Norden. Mindestens vierzig Prozent von ihnen sind Kinder (Foto: pa/abaca/Romano Ivan).
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Seit Monaten geschehen in Idomeni Dinge, die einem Verbrechen nahekommen. Aber lange Zeit hat das die deutschen und europäischen Medien nicht interessiert. Erst jetzt, da Mazedonien die Grenze fast geschlossen hat, sickert durch, was hier eigentlich passiert. Wer immer beschließt und durchsetzt, dass Grenzen in und um Europa für Flüchtlinge geschlossen werden, sieht nicht die Tränen in den Augen der Kinder. Hört nicht, wie sie vor Kälte weinen. Flüchtlinge harren in der Eiseskälte aus, sie kommen ohne wärmende Kleidung, oftmals in Plastik-Sandalen. Kinder lassen sich nicht anfassen, wenn sie vor Kälte erstarrt sind, bei jeder Berührung Schmerz empfinden. Ich denke an meine behüteten Enkeltöchter und es zerreißt mir fast das Herz.

Inzwischen sind über 14 000 Menschen hier an der Grenze gestran

Kommentare
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Birgit Tzitzifakis
13.03.201620:49
traurig und beschämend, die ignoranz von seiten der regierungen, und bewundernswert der eifer, mit welchem sich so viele freiwillige für eine milderung der umstände einsetzen!! auch die deutsche gemeinde in kavala schaut nicht weg - aber es bleibt immer das beklemmende gefühl, zu wenig zu tun!
Carita Schmidt
13.03.201619:49
Nein, so eine Welt wollen wir nicht. Ich hoffe, auf mehr Mitmenschlichkeit und das Vermögen sich zu erinnern. Meine gesamte deutsche Familie musste fliehen im 2. Weltkrieg.
In Deutschland kommen 8 Flüchtlinge auf 1000 Einwohner.
Mehr ist drin und muss drin sein.
Sigrid Muschik
10.03.201620:30
Ich kann diesen Artikel nur ganz dick unterstreichen. Nichts ist übertrieben. Leider! Es ist nur leider alles noch viel viel schlimmer. Schlimm ist z.B. auch, dass die wenigsten Flüchtlinge wirklich die Chance haben, eine warme Mahlzeit zu erhalten. Denn auch die gekochten Essen sind, mit Ausnahme der Suppe der deutschen und holländischen Sozialküchen bestenfalls lauwarm, wenn sie ausgeteilt werden. Gestern traf ich auf dem Weg nach Idomeni zwei junge Frauen, sie trugen das Gepäck, hatten die kleinen Kinder an ihrer Seite und schoben jede von ihnen einen Rollstuhl. In jedem Rollstuhl saß ein Mann ohne Beine. Zu Fuß auf dem Weg zur Grenze, 20 Kilometer zu Fuß, in Schlamm und im Regen. Nimmt man diese Menschen im Auto mit, macht man sich strafbar, das Auto wird beschlagnahmt und man bekommt einen Prozess als Schlepper. Ich habe die Gruppe vormittags getroffen, abends sah ich sie wieder, sie waren angekommen. Wollen wir wirklich so eine Welt?