Zur mobilen Webseite zurückkehren

Klimakonferenz: Mut zur Lücke

von Bernhard Pötter vom 04.11.2017
Bei der Weltklimakonferenz, die am heutigen Montag in Bonn beginnt, geht es offiziell nur um technische Details. Aber tatsächlich um einen ersten ernsthaften Realitätscheck für den globalen Klimaschutz seit dem Pariser Klimaabkommen. Überlebenswichtig sind Erfolge für den Ausrichter der Konferenz, den Inselstaat Fidschi. Er wird vom steigenden Meeresspiegel bedroht
Ein Junge auf den Fidschi-Inseln, die vom steigenden Meeresspiegel bedroht werden. Der Staat im Pazifik ist Ausrichter der diesjährigen Klimakonferenz, die in Kooperation mit Deutschland in Bonn stattfindet (Foto: pa/Sator)
Ein Junge auf den Fidschi-Inseln, die vom steigenden Meeresspiegel bedroht werden. Der Staat im Pazifik ist Ausrichter der diesjährigen Klimakonferenz, die in Kooperation mit Deutschland in Bonn stattfindet (Foto: pa/Sator)

Elf Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2): So groß ist derzeit der Unterschied zwischen dem, was die UN-Staaten beim Klimaschutz versprechen und dem, was sie für diese Ziele tun. Denn um diese elf Milliarden Tonnen – die etwa zwölf Mal dem CO2-Ausstoß Deutschlands entsprechen – liegen die weltweiten Emissionen voraussichtlich im Jahr 2030 zu hoch, um die Erwärmung der Erde auf über zwei Grad Celsius zu verhindern. Dieses Fazit zieht die Unep, die Umweltorganisation der UNO, in ihrem aktuellen Emissions Gap Report. Unep-Chef Erik Solheim interpretierte die trockene Statistik so: »Wir tun bei weitem nicht genug, um unsere Ziele zu erreichen.«

In Paris hatten sich im Dezember 2015 fast 200 Staaten darauf geeinigt, den Klimawandel bis 2100 auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen und ihn am besten bei 1,5 Grad zu stoppen. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist das zentrale Thema auf der diesjährigen Klimakonferenz, die vom 6.bis 17.November in Bonn stattfindet. Offizieller Gastgeber der Konferenz ist der Inselstaat Fidschi. Ort der Konferenz sind aber nicht die sonnigen Pazifikinseln, sondern die nieselig-nebligen Rheinauen. Denn weil der Ansturm von 23000 Besuchern und 1500 Journalisten für Fidschi zu viel war, richtet Bonn als Sitz des UN-Klimasekretariats die jährliche Massenveranstaltung mit dem offiziellen Namen COP23 aus.

Die entscheidenden Fragen

Bonn wird eigentlich eine »technische Konferenz«. Im Gegensatz zu den »politischen COPs« werden keine grundlegenden Weichenstellungen nach tagelangem dramatischen Verhandlungsgezerre wie in Paris 2015 oder Kopenhagen 2009 erwartet. Auf dem Programm stehen aber wichti

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen