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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
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Im Lager des Elends

vom 26.08.2019
Im Süden von Bangladesch befindet sich eines der größten Flüchtlingslager der Welt: Eine Million Rohingya aus Myanmar leben dort. In ihre Heimat können sie nicht zurückkehren – auch weil Indien und China kein Interesse daran habenVon Elisa Rheinheimer-Chabbi
Rohingya-Frauen im Flüchtlingslager Balukhali in Cox’s Bazar
Rohingya-Frauen im Flüchtlingslager Balukhali in Cox’s Bazar

Ein bisschen fühlt es sich an, als ginge die Welt unter. Es regnet seit mehr als 48 Stunden – Monsunzeit in Bangladesch. Der Himmel über Cox’s Bazar, einer Stadt im Süden des Landes, ist so grau wie die Hoffnungslosigkeit der Menschen im Flüchtlingslager Balukali. Die Straße, die dorthin führt, ist überschwemmt und von Schlaglöchern übersät. Zwischen Fahrrad-Rikschas und Mofas taucht hier und da ein Büffel auf. Ärmliche Siedlungen ziehen sich entlang der Straße, Unterkünfte aus Wellblech oder kleine Betonhütten. Hier wohnt die einheimische Bevölkerung, in der ganzen Region etwa 300 000 Menschen. Auf den ersten Blick ist kaum ein Unterschied zu sehen zwischen diesen Behausungen und denen des Flüchtlingslagers, das auf der anderen Straßenseite beginnt. Dort leben eine Million Rohingya – Flüchtlinge, die von der Welt vergessen wurden.

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird im buddhistischen Myanmar schon lange diskriminiert; 2017 eskalierte die Situation. Nachdem radikale Rohingya Polizeiposten angegriffen hatten, schlug das Militär Myanmars mit aller Härte zu. Vor zwei Jahren, am 25. August 2017, massakrierten Militärs Tausende Rohingya oder vertrieben sie von ihrem Land. Frauen wurden vergewaltigt, Männer gefoltert, Kinder und Greise getötet. Die Armee brannte Hunderte Dörfer nieder. Die Vereinten Nationen sprechen von einem Völkermord. Hinter der Vertreibung der Rohingya aus Myanmar steckt jedoch nicht nur ein ethnischer Konflikt. Es geht um handfeste Interessen: Ressourcen, Pipelines, Handelswege. »Das ist ganz, ganz große Politik«, sagt Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Wäre die Politik ein Schachspiel, so wäre China eine Dame und Indien die gegnerische Dame. Sie liefer

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