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Ich glaube an Mandela

von Wolfgang Kessler vom 06.12.2013
»Ein großer Mann ist tot: Nelson Mandela starb in den Abendstunden des 5. Dezember. Und obwohl Heldenverehrung nicht mein Ding ist, hält dieser Mann in mir den Glauben wach, dass grundlegende Veränderungen doch möglich sind. Auch, wenn man mächtige Gegner hat.« Wolfgang Kessler über Mandelas Erbe
Nelson Mandela (Foto), langjähriger Staatspräsident von Südafrika, starb in den Abendstunden des 5. Dezember 2013. Einer seiner bekanntesten Sätze dokumentiert seinen jahrzehntelangen Kampf gegen die Apartheid: »Wir werden eine Gesellschaft errichten, in der alle Südafrikaner, Schwarze und Weiße, aufrecht gehen können, ohne Angst in ihren Herzen, in der Gewissheit ihres unveräußerlichen Rechtes der Menschenwürde, eine Regenbogennation in Frieden mit sich und mit der ganzen Welt.« (Foto: pa)
Nelson Mandela (Foto), langjähriger Staatspräsident von Südafrika, starb in den Abendstunden des 5. Dezember 2013. Einer seiner bekanntesten Sätze dokumentiert seinen jahrzehntelangen Kampf gegen die Apartheid: »Wir werden eine Gesellschaft errichten, in der alle Südafrikaner, Schwarze und Weiße, aufrecht gehen können, ohne Angst in ihren Herzen, in der Gewissheit ihres unveräußerlichen Rechtes der Menschenwürde, eine Regenbogennation in Frieden mit sich und mit der ganzen Welt.« (Foto: pa)

Juni 1987, Evangelischer Kirchentag in Frankfurt: Ich liege vor dem Eingang zu den Glastürmen der Deutschen Bank. Zusammen mit Hunderten anderer Anti-Apartheid-Aktivisten, zumeist aus christlichen Bewegungen. Der Grund: Noch immer gewährt die Deutsche Bank Kredite an die weiße Apartheid-Regierung von Südafrika. Die Angestellten der Bank steigen über uns, manche nachdenklich, andere lächelnd. Vermutlich denken sie: »Ja, die Apartheid in Südafrika, die könnt Ihr so nicht überwinden. Und überhaupt: Was haben wir damit zu tun?«

Doch diesmal können Banken und konservative Politiker den Lauf der Dinge einmal nicht aufhalten. Diesmal ist die weltweit Solidarität mit der schwarzen Befreiungsbewegung stärker. Und sie hat längst auch herrschende Kreise in einem Maß erreicht, wie ich das seither nicht mehr erlebt habe: Unternehmen boykottieren Südafrika. Investitionsfonds – auch kirchliche – investieren nicht mehr in Südafrika. Kirchen auf der ganzen Welt werden aktiv. Der Evangelische Kirchentag kündigt seine Konten bei der Deutschen Bank. Und unsere Aktion »Kauft keine Früchte aus Südafrika« wird immer erfolgreicher.

Wann immer ich mich frage, wieso dort gelang, was anderswo oft scheitert, stoße ich immer auf die gleiche Antwort: Nelson Mandela. Es war dieser Mann, der 27 Jahre im Gefängnis von Robben Island saß, ohne zu resignieren, ohne zu verbittern, ohne an Rache zu denken. Er war »the person in question« – die Person, um die sich alles dreht, wie Mark Knopfler, der Sänger der Popgruppe Dire Straits dies in eine

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Kommentare
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Heinz Pütter
06.12.201314:05
Auszug aus der Antrittsrede von Nelson Mandela als Präsident von Südafrika

Wenn Du Dich klein machst, dienst Du nicht der Welt. Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich klein zu machen.
Unsere größte Angst ist es nicht, dass wir unfähig sind, unsere größte Angst ist die, dass wir unvorstellbare Kraft haben.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten ängstigt. Wenn Du Dich klein machst, dienst Du nicht der Welt.

Wir wurden geboren, um Gottes Glanz, der in uns ist, zu verkörpern. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in uns allen. Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, dann geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien, dann wird unsere Gegenwart automatisch andere befreien.