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Gute Regeln – doch zu wenig Klimaehrgeiz

von Bernhard Pötter vom 16.12.2018
Im polnischen Kattowitz endet die 24. Klimakonferenz mit einem Erfolg: Bald gelten die gleichen Regeln für alle Staaten. Ihre Anstrengungen beim Klimaschutz werden dadurch vergleichbar. Mehr fürs Klima tun wollen die meisten Länder aber erst einmal nicht. Eine dramatische Erwärmung der Welt wird so nicht zu verhindern sein
Demonstranten fordern während der Klimakonferenz von Kattowitz mehr Anstrengungen der Staaten beim Klimaschutz (Foto: pa/NurPhoto/Beata Zawrzel)
Demonstranten fordern während der Klimakonferenz von Kattowitz mehr Anstrengungen der Staaten beim Klimaschutz (Foto: pa/NurPhoto/Beata Zawrzel)

Am Schluss zeigte sich noch einmal, wie absurd Klimakonferenzen sein können: Praktisch den ganzen Samstag, als das Treffen längst schon beendet sein sollte, diskutierten die 196 Staaten auf der 24.UN-Konferenz zum Klima über einen umstrittenen Vorschlag von Brasilien zum Emissionshandel. Es ging hin und her, alles kam zum Stillstand. Bis das Thema am Ende einfach auf nächstes Jahr vertagt wurde. Dann blockierte die Türkei alles mit einem weiteren Anliegen. Nach stundenlanger Debatte wurde auch dieses Problem weitergeschoben.

Die wichtigste Aufgabe von Kattowitz haben die Staaten allerdings geschafft: Als Tagungspräsident Michal Kurtyka am Samstagabend um 21.53 Uhr den Hammer fallen ließ, erhoben sich die Delegierten zum Applaus: Endlich werden ab 2024 alle Staaten der Welt nach den gleichen Mindestregeln verbindlich über ihre Anstrengungen zum Klimaschutz berichten. Bisher galt das nur für die Länder des »Kyoto-Protokolls«, die nur noch 15 Prozent der weltweiten Emissionen ausmachen. »Zum ersten Mal lässt sich beim Klimaschutz nicht nur die halbe, sondern die ganze Welt in die Karten schauen«, sagte eine erleichterte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. »Wir senden das Signal, dass wir beim Klimaschutz nicht stehenbleiben dürfen, sondern gemeinsam immer besser werden müssen.«

»Mein Wunsch zu Weihnachten war ein Regelbuch, das habe ich bekommen«, sagte Schulze. Das »Regelbuch« ist selbst nach Meinung von Umweltschützern gut gelungen. »Diese gemeinsamen Regeln sind sehr wichtig«, sagte Jennifer Morgan, Chefin von Greenpeace international. »Wer hätte vor 5 Jahren geglaubt, dass sich China, die USA oder Brasilien an die gleichen Regeln halten müssen. Jetzt können wir bald sehen, wer es ernst meint und

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