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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2011
Auf Leben und Tod
Streit um die Organspende
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Familien unter Druck

von Claudia Mende vom 24.08.2011
In Europa ist Deutschland das Schlusslicht bei der Geburtenrate. Kein Wunder: Viele Eltern fühlen sich überfordert und alleingelassen. Ist es schwer in unserem Land, Kinder großzuziehen? Das ist das Thema der Publik-Forum-Umfrage
Die Anforderungen an Eltern sind gestiegen, sie sollen in Beruf und Familie gleichermaßen funktionieren (Foto:Fotolia)
Die Anforderungen an Eltern sind gestiegen, sie sollen in Beruf und Familie gleichermaßen funktionieren (Foto:Fotolia)

Nach einem zehnstündigen Arbeitstag kommt Angelika von Arx müde nach Hause. Am nächsten Tag steht bei ihrem 12-jährigen Sohn eine Klassenarbeit in Englisch an. Also fragt sie noch eine Stunde Vokabeln ab und übt die Formen der Vergangenheit mit ihm, obwohl der Junge und sie selbst müde und lustlos sind. »Nach einem langen Arbeitstag mit einem genervten Kind lernen, das bringt mich manchmal wirklich an den Rand«, sagt die 39-jährige Bankkauffrau aus München.

Nach den jüngsten veröffentlichen Statistiken zur Geburtenrate ist Deutschland trotz aller familienpolitischen Leistungen erneut europäisches Schlusslicht mit nur 8,3 Geburten auf 1000 Einwohner. Händeringend suchen Fachleute nach Erklärungen. Für viele Eltern aber sind ihre Belastungen offensichtlich - und eine davon ist die Schule.

Stressfaktor Schule

Im Nach-Pisa-Zeitalter kommt nur noch eine Minderheit der Schüler ohne elterliche Hilfe durch die Schulzeit. Fast vierzig Prozent der Eltern helfen ihren Kindern häufig bis regelmäßig bei den Hausaufgaben, weil in der Schule keine Zeit ist, um den Stoff zu vertiefen. Finanzkräftige Eltern können das Üben auslagern, davon lebt eine ganze Nachhilfeindustrie. In Bayern benötigen seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums schon mehr als zwanzig Prozent der Fünftklässler Nachhilfestunden - dabei haben diese Kinder gerade den anspruchsvollen Übertritt von der Grundschule auf ein Gymnasium hinter sich, im Volksmund »Grundschulabitur« genannt; kaum angekommen, brauchen sie Nachhilfe, vor alle

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