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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Die guten Cops von Camden

von Dorothea Hahn vom 14.07.2020
Brennpunkt: USA: Im US-Bundesstaat New Jersey hat sich eine Stadt von der »Mörderhauptstadt« zum Vorbild für Polizeiarbeit gemausert. Was macht Camden anders als die anderen Städte in den USA – oder ist das Vorzeigemodell gar keines?
Auf Streife in Camden: Officer Syms und Officer Stires (Foto: Hahn)
Auf Streife in Camden: Officer Syms und Officer Stires (Foto: Hahn)

Wie geht’s?«, fragt Officer Syms und deutet eine Begrüßung mit dem rechten Ellenbogen an. »Ich halte mich fern von Problemen«, antwortet der Mann mit einem Bein und einer Metallprothese. Er fläzt sich auf einem Stuhl vor einem Hauseingang an der Federal Street. Vom Alter her könnte er Syms’ Vater sein. »Weiter so!«, ermuntert ihn der Polizist. Er trägt an diesem dreißig Grad heißen Tag im Juli die kurzärmelige und kurzhosige Sommeruniform der Camden-County-Police. Unter seiner schwarzen Atemmaske, unter dem schweren, dunkelblauen Uniformstoff und unter dem Gewicht der kugelsicheren Weste, an der Walkie Talkie und Kamera hängen, und dem Gürtel, an dem Taschenlampe, Pfefferspray, Pistole, der gelbe Taser und weitere Polizeiwaffen befestigt sind, muss es heiß sein.

Syms ist mit seinem Kollegen Stires, der früher Gefängniswärter war, auf Streife in einem Latino-Stadtteil von Camden im US-Bundesstaat New Jersey. Aus einem Friseursalon winkt ihm ein Mädchen zu. Er winkt zurück. Kurz vor der 26th Street drückt er auf einen Knopf an der Kamera vor seiner Brust. Dann stößt er die Tür zum »Dollar Point« auf. Im Schaufenster des Ramschladens stehen Puppen mit enganliegenden Kleidern, in den Regalen stapeln sich religiöse Figürchen neben Plastikhähnen und Putzmitteln. »Alles in Ordnung?«, fragt der Polizist den Kassierer. Der antwortet in gebrochenem Englisch: »keine besonderen Vorkommnisse«. »Ruf an, wenn Du uns brauchst«, sagt der Officer, verlässt den Laden und stellt seine Kamera wieder aus. »Alles gut heute«, erklärt er der Reporterin, die ihm an diesem Tag folgt. In den vergangenen Wochen haben Journalisten aus aller Welt der Polizei von Camden bei der Arbeit zugeschaut. Als wären sie für die Unterhaltung

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