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Publik-Forum, Heft 6/2015
Gott will im Dunkel wohnen
Ein Missbrauchsopfer spricht über Kreuz und Auferstehung
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Der unvollendete Atomausstieg

von Gunhild Seyfert vom 27.03.2015
Sie reichern Uran an und stellen Brennstäbe her: Atomfirmen in Deutschland beliefern Kraftwerke weltweit. Ihr Atommüll ist für Waffenschmieden hochinteressant. Und keiner sieht hin – fast keiner
Der Atomausstieg ist in Deutschland beschlossene Sache: Aber das heißt noch lange nicht, dass in diesem Land keine Brennstäbe mehr hergestellt werden. Ganz im Gegenteil. (Illustration:istock/photocanal25)
Der Atomausstieg ist in Deutschland beschlossene Sache: Aber das heißt noch lange nicht, dass in diesem Land keine Brennstäbe mehr hergestellt werden. Ganz im Gegenteil. (Illustration:istock/photocanal25)

Acht Männer und Frauen trotzen dem kalten Westwind. An einem Sonntagnachmittag versammeln sie sich am Rande des westfälischen Städtchens Gronau und protestieren gegen das, was da hinter hohen Zäunen geschieht. Die Firma Urenco produziert dort Nuklearbrennstoff für die Atomkraftwerke in Deutschland und der ganzen Welt. Die Streiter gegen die Atomenergie stehen selbstbewusst da und wirken doch verloren – so wenige Menschen vor einem hermetisch abgeschotteten Industrie-Unternehmen.

Auf ihrem gelben Transparent fordern sie den Ausstieg aus der Atomenergie. Aber ist der in Deutschland nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor vier Jahren nicht längst beschlossene Sache? Mit dem Ausstiegsbeschluss wurden die ältesten Atommeiler stillgelegt. In sieben Jahren werden die letzten sechs AKWs vom Netz gehen. Reicht das etwa nicht?

»Solche Fragen höre ich von vielen meiner Kolleginnen«, sagt Christine Burchardt. Sie ist seit elf Jahren beim monatlichen »Sonntagsspaziergang« vor der Urananreicherungsanlage dabei. Unverständnis und Gleichgültigkeit für ihr Engagement kennt die 53-jährige Krankenschwester mit den leuchtend roten Haaren gut. »Die Idylle Münsterland trügt«, analysiert sie. »Die Menschen schlummern vor sich hin. Sie sind geblendet, auch von den Sponsoring-Aktivitäten der Atomfirmen.«

Mehrere Atomfirmen im Nordwesten Deutschlands

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt gibt es im Nordwesten Deutschlands eine Anhäufung von Unternehmen der Atomindustrie, die trotz des Ausstiegsbeschlusses von vor vier Jahren einfach weiterarbeiten. Urenco, eine Firma im Besitz des britischen und niederländischen Staates und der deu

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