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»Der Asylkompromiss war ein Fanal«

von Dirk Baas 26.05.2018
Heute vor 25 Jahren beschloss der Bundestag den sogenannten Asylkompromiss. Frido Pflüger, Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, sieht in ihm ein Fanal. Das Grundgesetz zu ändern, nur weil die Zahl der Asylbewerber erstmals stark angestiegen war, habe Fremdenfeinden in die Hände gespielt: »Dieser Tag fügte der Gesellschaft in Deutschland großen Schaden zu.« Bis heute sei das zu spüren
26. Mai 1993, der Bundestag beschließt eine massive Einschränkung des Asylrechts: »Dieser Tag fügte der Gesellschaft in Deutschland großen Schaden zu«, sagt Frido Pflüger (rechts), Direktor der Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Über Jahre im Ausland unterwegs, arbeitet er heute als Flüchtlingsseelsorger in Berlin. (Fotos: pa/Ohde; epd/ Balleis)
26. Mai 1993, der Bundestag beschließt eine massive Einschränkung des Asylrechts: »Dieser Tag fügte der Gesellschaft in Deutschland großen Schaden zu«, sagt Frido Pflüger (rechts), Direktor der Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Über Jahre im Ausland unterwegs, arbeitet er heute als Flüchtlingsseelsorger in Berlin. (Fotos: pa/Ohde; epd/ Balleis)

Publik-Forum.de: Tumulte am Bundestag, heiße Wortgefechte im Parlament, eine Mammutsitzung mit 93 Rednern: Pater Pflüger, wie bewerten Sie in der Rückschau die Entscheidung des Parlamentes vom 26. Mai 1993, das Grundgesetz zu ändern?

Frido Pflüger: Der gravierende Einschnitt in das Grundgesetz* war ein Fanal. Er ging zulasten der Schutzsuchenden. Und er fügte der Gesellschaft in Deutschland großen Schaden zu.

Warum?

Pflüger: Seitdem wird das gesellschaftliche Denken zunehmend durch Verteilungskämpfe geprägt, bei denen die Schwächsten, vor allem die »Fremden« und Schutzsuchenden, am schlechtesten wegkommen. Sie sind die ersten Opfer einer institutionalisierten Entsolidarisierung. An ihnen werden gravierende Rechtsbeschränkungen zuer