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Den Ländern die Hoheit in der Bildung nehmen?

von Robert Rauh vom 14.06.2019
Ja, unbedingt, sagt der Lehrer Robert Rauh. Der Bildungsföderalismus ist ein Flickenteppich. Er ist weder zeitgemäß noch gerecht. Ein Beitrag aus unserer Debattenreihe Streitfragen zur Zukunft
Schulpolitik sollte Bundesaufgabe werden, sagt der Lehrer Robert Rauh, der 2013 den Deutschen Lehrerpreis erhielt. Mit dem jetzigen Bildungsförderalismus lassen sich die schulpolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr stemmen (Fotos: Federico Caputo/alamy; Privat)
Schulpolitik sollte Bundesaufgabe werden, sagt der Lehrer Robert Rauh, der 2013 den Deutschen Lehrerpreis erhielt. Mit dem jetzigen Bildungsförderalismus lassen sich die schulpolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr stemmen (Fotos: Federico Caputo/alamy; Privat)
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In einigen Punkten ist das Grundgesetz schon längst nicht mehr zeitgemäß. Hierzu zählt der Bildungsföderalismus. Es sind vor allem die Bundesländer, die an ihrer Hoheit in Bildungsfragen festhalten, als handle es sich um ein staatspolitisches Naturgesetz. Der jüngst mühsam ausgehandelte Kompromiss für den Digitalpakt zeigt, wie notwendig es ist, diesen Bildungsföderalismus abzuschaffen.

Welche Bildungsblüten der Föderalismus in der Vergangenheit getrieben hat, wird an den Reformen rund um das erst auf acht Jahre verkürzte und dann vielerorts wieder auf neun Jahre verlängerte Gymnasium deutlich. Schaut man auf die bildungspolitische Deutschlan

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C. S.
19.06.2019
Eine solche Reform waere m.M.n. innovationsfeindlich. Klar darf man - weder im Positiven, noch im Negativen - von Einzelfällen auf das Allgemeine schließen.

Aber zu meiner Vita kurz. Schule in Baden-Württemberg, Studium in Bayern, jetzt an einer Schule in freier Trägerschaft in Sachsen tätig.

In den jeweiligen Bundesländern fand ich Bildungseinrichtungen, die sich aufgrund ihrer regionalen Besonderheiten und den damit verbundenen dort herrschenden Bedürfnissen unterschieden haben. Diese Unterschiede empfand ich stets beziehungsweise empfinde ich heute noch als sehr bereichernd.

Selbstverständlich gibt es in jedem dieser Systeme Vor- und Nachteile. Letztere bringen auch mich manchmal zur Weißglut.

Aber am Ende bin ich doch mit dem föderalen Aufbau zufrieden. Zumal dieser nicht als der alleinig schuldig Auszumachende für die Schwächen im Bildungssystem ist.
Helmut Mörchen
19.06.2019
In der fernen Vergangenheit hatte der Kultur-Föderalismus noch einen gewissen Sinn, denn dadurch wurde verhindert, dass die Adenauer-CDU in der ganzen Bundesrepublik ihre rückwärtsgewandten Ziele durchsetzen konnte.
Nachdem inzwischen bundesweit diverse Kräfte mit-entscheiden können, wäre ein per "Zusammenraufen" erreichbarer Kompromiss als bessere Lösung möglich.
Also bitte weiter-diskutieren zu einer bundeseinheitlichen guten Kulturpolitik, bei der auch die CSU mal überstimmt werden kann!
I.W.
16.06.2019
Wetten dass....
bei die Wegnahme der Bildungshoheit der Länder NICHT zu einer wahren und wirklichen Verbesserung der Bildung führen wird.

Wetten dass in Deutschland dann eine insgesamt eine nach-unten-Nivellierung des Bildungsniveaus stattfinden wird. ("Chancengleichheit").

Wetten dass der bereits sichtbar gewordenen Irrsinn in der Schulbildung dann im Einheitsbrei Deutschlands so richtig an Fahrt aufnehmen wird.

Jetzt gibt es wenigstens - noch - Bildungs-Inseln mit international wettbewerbsfähigem Niveau.