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Publik-Forum, Heft 6/2020
Berühre mich!Aber fass mich nicht an
Leben, lachen, glauben in Corona-Zeiten
Der Inhalt:

Kommt die Atomkraft zurück?

von Ulrike Scheffer vom 31.03.2020
In der Klimadebatte hat Kernenergie plötzlich wieder eine Lobby. Ist der Ausstieg gefährdet?
(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Die Welt schaute nach Japan, als es dort im März 2011 infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zum Supergau kam. In Deutschland brach darauf eine neue Debatte über die Beherrschbarkeit der Atomkraft aus. Keine drei Monate später stand fest: Deutschland schaltet bis 2022 alle Kernkraftwerke ab. Elf sind seitdem vom Netz genommen worden, sechs laufen noch, aber nur bis spätestens Ende 2022.

Doch im Windschatten der Klimakrise wird plötzlich wieder über Atomenergie gesprochen – vor allem in der CDU. Friedrich Merz, immerhin potenzieller neuer Parteivorsitzender, wirbt offensiv dafür, im Kampf gegen den Klimawandel auf »modernste Technologie« zu setzen, konkret: auf eine neue, vermeintlich sichere Generation von Atomreaktoren. Andere CDU-Politiker äußern sich ähnlich, die AfD sowieso. Anfang des Jahres war ein Positionspapier des Bundesfachausschusses Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern der CDU bekannt geworden, in dem neue Atomreaktor-Modelle »als mögliche Variante für eine CO2-freie Energieproduktion« bezeichnet werden.

Nutzt die Atomlobby die Klimadebatte, um die Kernenergie durch die Hintertür wieder salonfähig zu machen? Versucht sie den Ausstieg aufzuhalten? Oder ist die Nukleartechnik vor dem Hintergrund der Klimakrise tatsächlich das kleinere Übel, weil sie fossile Energieträger ersetzen könnte?

Fakt ist: Knapp vierzig Prozent der deutschen CO2-Emissionen gehen auf die Energieerzeugung zurück, vor allem auf den Betrieb von Kohlekraftwerken. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss Deutschland seine Emissionen in diesem Sektor bis zur Mitte des Jahrhunderts auf einen Bruchteil des aktuellen

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