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Publik-Forum, Heft 2/2022
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Der Inhalt:

Biblisches Beziehungsdrama

vom 28.01.2022
Die Semperoper Dresden bringt mit »Die andere Frau« den uralten Stoff um Hagar, Sarai und Abram aus dem 1. Buch Mose als modernes Musiktheater auf die Bühne.
Verstoßen: Hagar (Stephanie Atanasov) in »Die andere Frau« in der Semperoper Dresden (Foto: Semperoper/Ludwig Olah)
Verstoßen: Hagar (Stephanie Atanasov) in »Die andere Frau« in der Semperoper Dresden (Foto: Semperoper/Ludwig Olah)

Oper. Die »andere Frau«, das ist Hagar. Die Sklavin von Abram und Sarai. Sie soll Abrams Sohn gebären, anstelle von Sarai, die nicht schwanger wird. Als dann doch noch Sarais Sohn Isaak zur Welt kommt, wird Hagar verstoßen. Die Semperoper Dresden bringt mit »Die andere Frau« diesen uralten Stoff aus dem 1. Buch Mose als modernes Musiktheater auf die Bühne, hat es bei dem Komponisten Torsten Rasch in Auftrag gegeben. Helmut Krausser, der das Libretto verfasst hat, legt Sarai und Hagar eine moderne, teils brutale Sprache in den Mund.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 02/2022 vom 28.01.2022, Seite 55
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Das Publikum sitzt bei dieser Inszenierung von Immo Karaman auf der Bühne mit Blick in den Zuschauerraum. Abram, Sarai und Hagar bewegen sich am Bühnenrand auf einem Laufsteg voller Schuhe. Die Ränge dienen dem Videokünstler László Bordos als Projektionsfläche. Nur das Orchester spielt wie gewohnt im Orchestergraben. Die »Augenzeugin« genannte Sängerin Susann Deyhim stimmt im Parkett eine Klage über die Zerstörung der Stadt Ur an – auf Sumerisch. Die zeitgenössische Oper »Die andere Frau« eröffnet einen anderen Blick auf angestammte Plätze, auf den biblisch-mythologischen Stoff um Abram und auf die Frage, wie Verletzung in Grausamkeit umschlagen kann.

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