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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Okay statt perfekt

vom 18.03.2012
Gut genug: Matthias Lehnert, 34, will in der Fastenzeit auf übertriebenen Ehrgeiz verzichten.
Auszeit für den Superman: Beim »Ehrgeizfasten« ist weniger mehr (Foto: epd/Gutmann)
Auszeit für den Superman: Beim »Ehrgeizfasten« ist weniger mehr (Foto: epd/Gutmann)

»Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz«: Das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche hat mich sofort angesprochen. Es bringt auf den Punkt, womit ich persönlich oft hadere: Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch - jemand, der ständig bemüht ist, alles möglichst perfekt zu machen. Es fällt mir schwer, mich mit »weniger« zufriedenzugeben. Jetzt will ich genau das versuchen.

Ich erinnere mich noch an das Fastenmotto vor drei Jahren: »Sich entscheiden! Sieben Wochen ohne Zaudern« lautete damals der Aufruf der evangelischen Kirche. Das war für mich mit ein Anlass, mir einen Ruck zu geben und mich auf die Stelle als Geschäftsführer des Oikocredit Förderkreises Hessen-Pfalz zu bewerben. Nachdem ich in Mannheim Politik und Wirtschaft studiert hatte, wollte ich zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Doch dann habe ich gemerkt, dass das nichts für mich ist. Bei dieser Fastenaktion damals ging es darum, aktiv zu werden und Dinge in die Hand zu nehmen. Nun geht es darum, sich selbst ab und an zu sagen: »Stopp! Es ist gut genug, du bist gut genug!«

Oftmals sind es ganz banale und alltägliche Situationen, in denen mir meine eigenen überzogenen Ansprüche im Weg stehen. Ein Beispiel: Da ist jemand, der mir geschrieben hat und dem ich eigentlich sehr gerne antworten möchte. Doch da ich diesem Menschen etwas ganz Besonderes schreiben will - womöglich sogar einen tollen, langen Brief -, schiebe ich das ewig vor mir her oder fange gar nicht erst damit an. Am Ende merke ich dann, dass es viel wichtiger gewesen wäre, mich früh bei demjenigen zu melden.

Ich hatte schon während des Studiums eine Neigung zum Perfektionismus. Die Ziele und Projekte, die ich mir vorgenommen habe, waren immer mindestens eine Nummer zu groß. Da

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