Hungerstreik
Unter Einsatz ihres Lebens
Ab hier bitte Test oder Maske. Hungerstreiken schwächt das Immunsystem«, steht auf einem Schild vor den Zelten. Junge Klimaaktivisten haben sie zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Kanzleramt auf einer Wiese aufgeschlagen. Am 30. August sind sieben von ihnen in Hungerstreik getreten. An Tag 21 streiken noch immer vier. Einer ist der 21 Jahre alte Henning Jeschke. »Wir sind in den Hungerstreik getreten, weil wir uns in einem Notfall befinden«, sagt er. Er sitzt auf einer Matratze in einem der größeren Zelte, trägt eine dicke Mütze und einen Schal, damit er nicht unnötig Energie verliert. Sein Körper ist in einer Bettdecke eingewickelt. Neben ihm liegt der 27-jährige Jacob Heinze, der schon einmal kollabiert ist. Trotzdem will er weitermachen.
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Katharina Müller-Güldemeister ist freie Reporterin und lebt in Potsdam.
Aktualisierung am 26.9., 12 Uhr: Der Hungerstreik ist beendet. Das teilte das Unterstützungsteam um die zuletzt zwei Hungerstreikenden mit. Zuvor hatte Olaf Scholz telefonisch ein öffentliches Gespräch innerhalb der nächsten vier Wochen über den Klimanotstand zugesagt. Das schrieb Henning Jeschke auf Twitter: »Nach 27 Tagen Hungerstreik und 7 Stunden ohne Wasser – am Ende meiner Kräfte – beende ich jetzt den Hungerstreik.«
Aktualisierung am 24.9., 12 Uhr: Inzwischen sind nur noch zwei Personen im Hungerstreik, die anderen haben ihn beendet. Sie haben angekündigt, ab Samstag auch die Aufnahme von Wasser zu verweigern, wenn SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Bundeskanzler werde, keinen Klimanotstand ausrufe. In der Nacht zu Freitag hatte Grünen-Chef Robert Habeck die beiden Hungerstreikenden und ihre Unterstützer besucht. Zu den noch im Hungerstreik Befindlichen gehört auch Hennig Jeschke.
