Mafia-Messe
Aus einem illegal gestarteten Helikopter regnete es rote Rosen auf den Sarg des römischen Mafiabosses Vittorio Casamonica und auf die weit mehr als hundert Gäste, die ihm das letzte Geleit gaben. Die Trauerfeier, die der angeblich nichtsahnende Salesianerpater Giancarlo Mattei in der Kirche Don Bosco im Osten Roms zelebriert hatte, wurde zu einer zynischen Machtdemonstration der Kriminellen. Mafiakritiker Roberto Saviano (»Gomorrha«) erinnerte daran, dass dieselbe Pfarrei vor Jahren dem Sterbehilfe-Aktivisten Piergiorgio Welby eine Trauerfeier verweigert hatte. Gelingt es der Kirche immer noch nicht, sich aus ihren Verstrickungen zur Mafia zu lösen, obwohl Papst Franziskus kürzlich in Kalabrien alle Mafiosi exkommuniziert hat? Die Trauerfeier, bei der unter anderem eine Band Melodien aus dem Film »Der Pate« intonierte, erfolgte gegen kirchliche Anordnungen, erklären italienische Bischöfe. Die rechtsextreme Lega Nord, die mit den italienischen Bischöfen in einer Fehde liegt, seit die Kirche konsequent politisch und sozial für Flüchtlinge eintritt, wirft der Kirche Heuchelei und Doppelmoral vor.
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