»Unrecht geht mir gegen den Strich«
Swen Ennullat war erfolgreich in seiner Arbeit: Als stellvertretender Leiter des polizeilichen Staatsschutzes in Dessau hatte er mit Kollegen gegen rechte Straftaten ermittelt. Was sie aufdeckten, hätte die Politik eigentlich zum Handeln bewegen müssen. Stattdessen bekam Ennullat die Dienstanweisung, bei Ermittlungen gegen rechts nicht mehr so genau hinzuschauen, damit das Land Sachsen-Anhalt besser dastünde. Er war empört – und ging mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Damit nahm sein Leben eine Wende. »Plötzlich wollte niemand mehr mit mir reden«, erzählt der Familienvater, »ein Kollege sagte mir direkt ins Gesicht, ich solle ihn nicht mehr ansprechen. Das war wie ein Todesstoß.« Ennullat, Polizist mit Leib und Seele, wurde von allen Seiten gemobbt. Im Intranet seiner Polizeistelle blinkte auf der Startseite eine Meldung über »die drei Nestbeschmutzer«. Die Dienstanweisung wurde abgestritten, Ennullat als Lügner hingestellt. »Es war ein Spießrutenlauf«, sagt er heute, »aber ich bin ein Sturkopf.« Seine Zulassung zur Polizeihochschule erstritt er sich vor Gericht, obwohl er hervorragende Beurteilungen hatte und beim Assessment Center auf Platz 2 gekommen war. Doch daraus wurde über Nacht Platz 5.
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