Jesus und Coca-Cola
Eigentlich hätte es der große, hagere Jurij Samodurow, der eher wie ein in sich gekehrter sympathischer Komponist als wie ein Museumsdirektor wirkt, wissen müssen: Mit Kunstausstellungen kann man in Russland ganz schön provozieren. Um ein Haar wäre der schüchtern und leise sprechende Mann in diesem Monat von einem Moskauer Bezirksgericht wegen antireligiöser Hetze zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Doch das Gericht hatte sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft nicht angeschlossen. Es hat ihn für die 2007 mit seinem Kollegen Andrej Jerofojew im Sacharow-Museum in Moskau gezeigte Ausstellung »Verbotene Kunst« »nur« zu einer Geldstrafe von umgerechnet 5000 Euro verurteilt. Die, so die Urteilsbegründung, verletze die religiösen Gefühle von Christen.
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