Grenzerfahrung
Wer sich auf eine Pilgerreise begibt, der muss weit weg fahren und alle Brücken hinter sich abreißen? Keineswegs – das jedenfalls glauben Claudia Buchner, Simone Krampfl und Jozef Stemperk. Die drei sind Pilgerwegbegleiter auf der Via Nova. Die Via Nova ist ein Pilgerweg, der in den vergangenen zwölf Jahren neu erdacht und umgesetzt wurde. Ein Weg, der durch die unmittelbare Heimat der drei Pilgerwegbegleiter führt – den Osten Bayerns und den Westen Tschechiens. Ein Pilgerweg, der Grenzen überwindet, und das in mehrerlei Hinsicht – zum einen, weil er bei Buchwald von Bayern nach Tschechien führt und auf beiden Seiten mit dem gleichen gelben Schildern markiert ist. Zum anderen, weil er zwar von der katholischen Pilgertradition inspiriert ist, sich aber als konfessionsübergreifender Pilgerweg versteht. Auf der Strecke finden sich mehrere Gedenkstätten, die an die jüdischen Traditionen in Westböhmen erinnern, die von den Nazis weitgehend ausgelöscht wurden: Das Simon-Adler-Museum in Gutwasser ist einer dieser Orte, aber auch die Bergsynagoge in Hartmanice, die mit privaten Mitteln renoviert und zum Museum umgebaut wurde.
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