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Gute Menschen vom Bosporus

In Istanbul bezahlen Mitbürger die Schulden von Geschädigten der Corona-Krise
vom 29.05.2020
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Eine besondere Form der Hilfe in Corona-Zeiten hat sich in Istanbul herausgebildet: Menschen zahlen freiwillig Rechnungen von Bedürftigen. Bewohner der Stadt am Bosporus, die wegen der Folgen des Virus ihre Gas- oder Wasserrechnung nicht mehr bezahlen können, haben die Möglichkeit, die offenen Rechnungen über eine Webseite anonymen Spendern zum Bezahlen anzubieten. Das Projekt startete Anfang Mai, und nach nur zwei Tagen sollen 80 000 Rechnungen in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro beglichen worden sein. Die Rechnungen kämen tatsächlich von bedürftigen Familien, das habe die Stadtverwaltung geprüft. Die Solidarität unter den Istanbulern geht so weit, dass manche Mitbürger die Summen für Lebensmittel und Haushaltswaren bezahlen, die durch Corona Verarmte in den kleinen Läden im Viertel anschreiben ließen. Wegen der Krise haben in der Türkei laut Opposition mehrere Millionen Arbeitnehmer ihre Stelle verloren. Zudem fällt ein Gutteil des Einkommens aus der Tourismusbranche weg. Schon vor der Pandemie litt die Wirtschaft unter einer hohen Inflationsrate; die Lira ist auf einen historischen Tiefstand gefallen.

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