Verbrecherjagd in verbrecherischen Zeiten
Krimi. Ein ebenso bizarres wie spannendes Szenario entwickelt dieser Roman, der – selten genug – von Kriminalität in der NS-Zeit handelt. Eine Serie von ungeklärten Frauenmorden im Berlin des Jahres 1944 führt zur Reaktivierung des früher erfolgreichen jüdischen Kommissars Richard Oppenheimer als geheimer Ermittler. »Sie sind bis zur Beendigung der Untersuchung von der Zugehörigkeit zum jüdischen Volk suspendiert«, heißt es so lapidar wie zynisch. Oppenheimer lässt sich auf die Aufgabe ein, verlässt sich aber nicht ausschließlich auf die vergängliche Gunst seines neuen SS-Vorgesetzten, sondern aktiviert zugleich Kontakte zu alten Freunden und Freundinnen in der Opposition – sowohl, um den Fall zu lösen, als auch, um seine Flucht ins Exil vorzubereiten. Dabei erschweren nicht nur die verordnete Geheimhaltung, sondern auch der permanente Ausnahmezustand des Bombenkriegs seine Ermittlungen.
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