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Tödliche Bräuche

Kindermord und Kindesmissbrauch sind bei den Indiovölkern kulturell verankert - und der Indianermissionsrat schweigt

Das 14-jährige Indianermädchen Hakani steigt mit ihren weißen Adoptiveltern in Brasilia die Treppen am Sitz der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) hinauf. Sie treffen sich mit Generalsekretär Dimas Barbosa Lima zu einem langen Gespräch und überreichen ausführliches Beweismaterial über die indianischen Kindermordpraktiken. Die CNBB veröffentlicht keine Zeile über diese wichtige Audienz. Kurze Zeit später schlägt Bischof Lima erstmals vor, die Problematik in der Kirche zu behandeln. Auch Papst Benedikt bekommt die Materialien. Er bedankt sich schriftlich.

Am meisten weiß der bischöfliche Indianermissionsrat CIMI über »Infanticidio«, den Kindesmord, und über sexuellen Kindesmissbrauch. Doch CIMI veröffentlicht die Kenntnisse und Erfahrungen seiner Fachleute nicht.

Das Indianermädchen Hakani überlebte rein zufällig: In den ersten beiden Lebensjahren wächst sie nur langsam und soll deshalb nach Stammessitte getötet werden. Wie berichtet wird, verscharrt sie der ältere Bruder lebendig - doch jemand hört das Wimmern und gräbt Hakani wieder aus. Danach vegetiert das Mädchen im Stamm wie ein Tier, wiegt mit fünf Jahren nur sieben Kilo, ist nur sechzig Zentimeter groß. Ein Bruder bringt Hakani zu evangelikalen Missionaren. Die retten das Mädchen mit ärztlicher Hilfe.

Edgar Rodrigues vom Indiovolk der Barè ist Chefadministrator der staatlichen Indianerschutzbehörde Funai im Teilstaat Amazonas. Er nennt die Kindstötung unter Indios etwas Natürliches: »Ein Kind mit Behinderungen würde aus Sicht der Indios nicht für die Arbeit hier auf Erden nützen. Es hätte nicht alle Potenzen für den Dienst an der Gemeinschaft. Und damit dieser Mensch nicht das ganze Leben leidet, praktizieren sie diese frühe Euthanasie